„Der italienische Verfassungsgerichtshof hat Südtirol ein besonderes Geschenk zum Tag der Arbeit gemacht: Er hat kurzerhand die primäre Zuständigkeit des Landes im Bereich der lokalen Arbeitsverträge für die öffentlichen Bediensteten mit dem Urteil vom 22. April 2013 de facto außer Kraft gesetzt“, erklärt Pichler Rolle. Das sei politisch für Südtirols Autonomie inakzeptabel. „Die neue Regierung muss nun Wort halten und diese Zuständigkeiten, die wir vor mehr als zehn Jahren mit dem Verfassungsgesetz Nr. 3/2001 zugewiesen bekommen hatten, unverzüglich wieder herstellen", fordert der Landesrat. Pichler Rolle warnt vor den Auswirkungen des jüngsten Urteils, das sich auf eine Bestimmung im Finanzgesetz des Landes aus dem Jahre 2011 bezieht: „Das Urteil kann so gelesen werden, dass das Land und die öffentlichen Körperschaften nur noch lokale Zusatzverträge abschließen können, welche die staatlichen Verträge zur Grundlage haben müssen und somit keine eigenen Bereichsabkommen mehr treffen dürfen. Das würde auch bedeuten, dass die Gehaltsvorrückungen fallen würden." Appell an die RegierungLandesrat Elmar Pichler Rolle appelliert deshalb an die Regierung, die Rechtslage wieder herzustellen.„Wir lassen uns nicht Kompetenzen streitig machen, für die wir, allen voran auch die Südtiroler Arbeiterschaft und der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund, jahrzehntelang gerungen haben“, so Pichler Rolle, der eine erste entschiedene Intervention der Regierung fordert.