In diesen Wochen entscheidet die Landesregierung über die Besetzung der Abteilungsdirektionen für die kommenden vier Jahre. Eine brisante Entscheidung fällt am Ende dieser Nominierungen, und zwar voraussichtlich am Dienstag. <BR /><BR />Es geht um die Direktion der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung, für die sich neben der bisherigen Leiterin Virna Bussadori auch Florian Zerzer beworben hat und vermutlich den Vorzug erhalten dürfte.<BR /><BR />Laut Vorgabe der Verwaltung wurden die Bewerbungen vom Ressortdirektor geprüft und bewertet. Alexander Gruber hat Florian Zerzer vor Virna Bussadori gereiht. Landesrat Peter Brunner folgt dieser Empfehlung. Entscheiden wird die Landesregierung. Kaum vorstellbar, dass die Landesräte morgen ihren Kollegen überstimmen.<h3> „Berufung von Ressortdirektoren ist Sache der Politik“</h3>Im Vorfeld aber rumort es. So haben die italienischen Landesräte Marco Galateo und Christian Bianchi durchblicken lassen, gegen den Vorschlag stimmen zu wollen. Gegenüber s+ sagte Bianchi, er hege Zweifel an der besseren Qualifikation Zerzers und wolle sich „alles genau anschauen“. Vermutlich könnten in dem Fall politische Aspekte mit eine Rolle spielen, nämlich dass eine italienischsprachige durch eine deutschsprachige Führungskraft abgelöst wird.<BR /><BR />Aus politischen Bewertungen völlig heraushalten wollen sich die Berufskammern. Marco Molon, Präsident des interdisziplinären Ausschusses der Technischen Berufskammern,erklärte gestern: „Die Berufung von Ressortdirektoren ist Sache der Politik. Abteilungsdirektoren hingegen sitzen regelmäßig mit Architekten, Ingenieuren und Geometern an einem Tisch, wo operative und technische Entscheidungen getroffen werden und Projekte aus fachlicher Sicht bewertet werden.“ <BR /><BR />Molons Signal ist deutlich. Zerzer ist ausgebildeter Informatiker. Bussadori Architektin. Die 59-Jährige ist auch Ehrenpräsidentin des Europäischen Fachverbandes der Urbanisten.<BR /><BR /> Zerzer muss sich bald vor Gericht wegen des Verdachts auf betrügerische Handlungen bei öffentlichen Lieferungen („Maskenaffäre“) verantworten. Für ihn sprechen aber die Erfahrung im Management und die Tatsache, dass er 2018 als Ressortdirektor das neue Gesetz Raum und Landschaft begleitet hat. Eine schwierige Personalie.