Dienstag, 07. Februar 2017

Eklat im Rathaus: Caramaschi in Rage, doch mit Rückendeckung

Unschöne Szenen am Montag im Bozner Rathaus: Beschimpfungen fliegen, eine kleine Statue ebenso, der „Goldene Benito“ zerbirst am Boden, die Süd-Tiroler Freiheit wird aus dem Saal begleitet. Bürgermeister Renzo Caramaschi muss sich nach dem Eklat im Rathaus Kritik anhören, bekommt aber auch Rückendeckung.

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Wie berichtet, hatten Vertreter der Bozner Ortsgruppe der Süd-Tiroler Freiheit, Eva Klotz und der ehemalige Bozner SVP-Vizebürgermeister Oswald Ellecosta am Montagnachmittag Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi den „Goldenen Benito“ überreicht. Einen Negativpreis für „seine Beihilfe zur Förderung einer positiven faschistischen Erinnerungskultur in Südtirol und Italien“, erklärte die Bewegung in einer Aussendung.

Foto: Süd-Tiroler Freiheit

Dabei kam es zum Eklat: Caramaschi zerschmetterte die 50 Zentimeter hohe Statuette, beschimpfte die Eindringlinge als „pagliacci“ und ließ sie vor die Tür begleiten. Später erklärte der Bürgermeister: „Ich lasse mich von diesen Leuten nicht beleidigen. Ich lasse mir keine Mussolini-Statue überreichen, weil ich mich zeitlebens den Faschismus abgelehnt habe und es heute noch tue.“

Foto: Süd-Tiroler Freiheit

Rückendeckung bekommt der Bürgermeister von seinem Koalitionspartner, den Grünen: In einer Pressemitteilung drücken die Bozner Grünen Caramaschi „volle Solidarität“ aus. Die Aussagen der Süd-Tiroler Freiheit entbehrten „jeglicher Grundlage“ und führten „lediglich zu einer völlig unnötigen Verschärfung der politischen Debatte“. Die Grünen verlangen eine wissenschaftliche Aufarbeitung der jüngeren Geschichte. Dieses Vorgehen habe bereits in Vergangenheit „beachtliche Erfolge“ gebracht.

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stol

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