Berlusconi habe sich falsch ausgedrückt, vor allem wenn man bedenke, dass er den Internationalen Holocaust-Gedenktag für seine Aussagen gewählt habe, betonte Monti in einem TV-Interview am Montag. „Wir dürfen nicht denken, dass solche historische Ereignisse nicht mehr vorkommen können. Es gibt gewisse Herde, auf die man achten muss. Man muss vor allem Gleichgültigkeit bekämpfen“, meinte Monti.Der Präsident der jüdischen Gemeinschaft in Mailand, Walker Maghnagi, bezeichnete Berlusconis Worte vom historischen Standpunkt als „oberflächlich und unangebracht“. Vom moralischen Standpunkt aus seien sie absolut zu verurteilen.„Berlusconi hat diesen Tag aus Wahlkampfgründen genutzt, um in Hinblick auf die Parlamentswahlen im Februar Stimmen aus faschistischen Kreisen zu gewinnen. Für mich ist das obszön“, kritisierte PD-Chef Pierluigi Bersani. Berlusconi hatte am Sonntagabend dem Druck nach gegeben und unmissverständlich erklärt, dass er jede Art von Diktatur ablehne. „Meine historischen Analysen sind immer auf der Grundlage der Verurteilung von Diktaturen erfolgt“, erklärte Berlusconi am Sonntagabend. Er sei schon immer „ein historischer Freund Israels“. Die Empörung über seine vorherigen Aussagen sei Wahlkampfrhetorik seiner Gegner, sagte er.apa