Die USA haben Maduro unter anderem wegen des Vorwurfs des „Drogenterrorismus“ angeklagt. Er soll sein aus Sicht der USA bei der letzten, manipulierten Wahl illegal erlangtes Amt dafür genutzt haben, damit Tausende Tonnen Kokain in die USA transportiert werden konnten. Maduro habe selbst für sich daraus Vorteile gezogen. Er soll sich dafür mit Drogenhändlern verbündet haben.<BR /><BR />Maduro war in den USA schon einmal 2020 unter anderem wegen Drogenhandels angeklagt worden. Nun gibt es eine aktualisierte Anklage. Mitangeklagt sind seine Ehefrau und sein Sohn. Zudem richten sich die Vorwürfe unter anderem gegen den aktuellen Innenminister Venezuelas sowie einen seiner Vorgänger.<h3> Trump: USA übernehmen Kontrolle in Venezuela</h3>Venezuelas vom Obersten Gericht ernannte Interimspräsidentin Delcy Rodríguez berief ihre erste Kabinettssitzung ein. Der staatliche Sender VTV zeigte Rodríguez am Sonntagabend (Ortszeit) an einem Tisch im Präsidentenpalast Miraflores in Caracas, an dem unter anderem Verteidigungsminister Vladimir Padrino und Innenminister Diosdado Cabello saßen.<BR /><BR />US-Präsident Donald Trump bekräftigte zeitgleich, die USA hätten die Führung in Venezuela übernommen. „Wir verhandeln mit den Leuten, die gerade vereidigt wurden“, sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten bezogen auf Interimspräsidentin Rodríguez. „Fragen Sie mich nicht, wer die Verantwortung trägt, denn ich werde eine Antwort geben, die sehr kontrovers ist“, fügte Trump hinzu und konkretisierte auf Nachfrage: „Es bedeutet, dass wir die Verantwortung tragen.“<BR /><BR />Der venezolanische Außenminister Yván Gil hielt dagegen: Maduro bleibe trotz seiner Inhaftierung in den USA regulärer und rechtmäßiger Präsident. „In Venezuela gibt es einen verfassungsmäßigen Präsidenten, Nicolás Maduro Moros, der zwar derzeit illegal festgehalten wird, aber weiterhin das Staatsoberhaupt in voller Ausübung seines Mandats ist“, so Gil auf einer Krisensitzung der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (CELAC) laut dem regierungsnahen Sender Telesur. „Trotz des Angriffs herrscht in Venezuela heute Frieden und Ruhe, die Institutionen funktionieren uneingeschränkt.“<BR /><BR />Trump wiederum drohte Venezuela mit einem zweiten Militärschlag. Sollten die verbliebenen Mitglieder der Regierung seine Bemühungen nicht unterstützen, das Land zu stabilisieren, sei dies eine Option, sagte Trump am Sonntag.<h3> Oppositionspolitiker: „Ein wichtiger Schritt“</h3>Der im Exil lebende venezolanische Oppositionspolitiker und ehemalige Präsidentschaftskandidat Edmundo González Urrutia hat unterdessen die Gefangennahme von Staatschef Maduro durch die USA als „wichtigen Schritt“ befürwortet, dem nun weitere Schritte folgen müssten. Der Einsatz der US-Streitkräfte sei „ein wichtiger Schritt, der aber nicht ausreicht“, um das krisengeschüttelte südamerikanische Land zur Normalität zurückzuführen, erklärte Gonzáles Urrutia am Sonntag im Onlinedienst Instagram.<BR /><BR />Die politische Lage in Venezuela könne sich erst dann normalisieren, wenn das Wahlergebnis von 2024 respektiert werde und politische Gefangene freigelassen würden: „Kein demokratischer Übergang ist möglich, solange auch nur ein einziger Venezolaner zu Unrecht inhaftiert ist“, fügte Gonzáles Urrutia hinzu.<BR /><BR />Der Politiker war im Juli 2024 bei der Präsidentschaftswahl gegen Maduro angetreten. Die Opposition erklärte ihn mit 67 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger. Die regierungstreue Wahlbehörde rief hingegen Maduro mit 52 Prozent zum erneuten Wahlsieger aus, ohne dafür detaillierte Berechnungen vorzulegen. Gonzáles Urrutia floh daraufhin nach Spanien ins Exil.<h3>Trump droht auch Kolumbien</h3>Maduro war am Samstag während eines Blitzeinsatzes des US-Militärs zusammen mit seiner Ehefrau Cilia Flores gefangen genommen und außer Landes gebracht worden. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag zunächst angekündigt, die USA würden Venezuela vorerst selbst führen. Das Oberste Gericht Venezuelas ernannte die vormalige venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zur Interimspräsidentin des Landes.<BR /><BR />US-Präsident Trump kann sich nun auch einen ähnlichen Militäreinsatz wie in Venezuela auch gegen die Regierung Kolumbiens vorstellen. Eine auf die kolumbianische Regierung ausgerichtete Militäroperation klinge gut für ihn, sagte Trump am Sonntag (Ortszeit). „Kolumbien ist auch sehr krank, regiert von einem kranken Mann“, sagte Trump an Bord der Air Force One. Damit spielte er offensichtlich auf den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro an und fügte hinzu, dieser stelle Kokain her und verkaufe es an die USA. „Er wird das nicht mehr lange tun.“ ⁠<BR /><BR />Dass das Beispiel USA-Venezuela Schule machen könnten, genau dagegen verwahrt sich indes China: „Wir akzeptieren nicht, dass eine Nation beanspruchen kann, der Weltrichter zu sein“, erklärte Außenminister Wang Yi. China glaube zudem nicht, dass ein Land als „Weltpolizei“ agieren könne. Die Souveränität aller Länder müsse nach internationalem Recht geschützt werden.