Seit Monaten herrscht eine angespannte Stimmung zwischen den Lehrpersonen und dem Land. Der Grund: Die Löhne seien zu niedrig. Die Lehrer machten daraufhin mit Protestmaßnahmen auf sich aufmerksam – sie wollen bis auf Weiteres keine freiwilligen Zusatztätigkeiten wie z.B. Schulausflüge planen. Der Protest war groß: Von Seiten der Eltern, der Schüler selbst, aber auch des Landes.<BR /><BR /><embed id="dtext86-72567900_quote" /><BR /><BR />Doch dabei soll es bleiben – zumindest vorerst, wie Bernadette Eppacher, Grundschullehrerin in Sand in Taufers und Sprecherin der Initiative „Bildung am Abgrund“ gegenüber STOL betont: „Der Zeitpunkt, an dem wir wieder zur normalen Tagesordnung übergehen, ist noch nicht erreicht“, sagt sie.<BR /><BR />Eppacher meint damit, dass die von der Landesregierung angekündigten 110 Millionen Euro jährlich, die in den kommenden drei Jahren für höhere Gehälter zur Verfügung gestellt werden sollen, nicht ausreichen würden. „Das ist ein erster Schritt, aber noch zu wenig“, sagt die Grundschullehrerin.<BR /><BR />„Die 110 Millionen Euro sind zu gering, um die Gehälter nachhaltig auf ein Niveau zu bringen, das für Akademiker angemessen ist und auch den gestiegenen Anforderungen entspricht.“ Auch für Grundschullehrpersonen sei seit über 20 Jahren ein 5-jähriges Hochschulstudium Voraussetzung. „Auch um dem zunehmenden Lehrermangel entgegenzuwirken, werden die Mittel nicht reichen. Immer mehr Lehrpersonen wandern nach Nordtirol ab oder wechseln in die Privatwirtschaft, weil ihnen dort bessere Rahmenbedingungen geboten werden.“<BR /><BR />„Was es jetzt bräuchte, ist ein konkreter Plan, wie es weitergehen soll.“ Sprich: Eppacher möchte von der Landesregierung einen nachhaltigen und langfristigen Schritt-für-Schritt-Plan für die kommenden Jahre, in dem festgeschrieben wird, wie die Gehälter stufenweise auf ein akzeptables Niveau angehoben werden, das auch konkurrenzfähig gegenüber Nordtirol ist – übrigens auch ein erklärtes Ziel von Philipp Achammer. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72567901_quote" /><BR /><BR />„Das“, so Eppacher, „wäre ein vernünftiger Plan, auf dem man eine Verhandlungsbasis aufbauen könnte“. Die 110 Millionen Euro hingegen seien noch zu wenig. „Das Lohnniveau, das wir als Lehrer in Südtirol haben, entspricht nicht einem Akademiker-Niveau und auch nicht den hohen Anforderungen und der großen Verantwortung von uns Lehrpersonen“, sagt sie.<BR /><BR />Ein Blick über die Grenze nach Nordtirol zeige, um wie viel mehr dort eine Lehrperson verdiene. „Der Unterschied ist riesig“, so Eppacher. „Nach der mit dem Novembergehalt erfolgten Inflationsanpassung beträgt die Differenz zu den Gehältern in Nordtirol immer noch rund 700 Euro netto für Einsteiger und rund 1.600 Euro in der höchsten Stufe (Grundschule, auf 13 Monate berechnet, Anm.d. Red.).“<BR /><BR />Und was die Schulausflüge anbelangt, sagt sie: „Das entscheidet natürlich jedes Lehrerkollegium für sich selbst.“ Aber: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass zum jetzigen Zeitpunkt jemand darüber nachdenkt, Schulausflüge zu organisieren.“ Zudem sei dies ein organisatorischer Kraftaufwand, der nicht von heute auf morgen bewältigt werden könnte. „Das muss langfristig geplant werden“, sagt Eppacher.<BR /><BR />Nun sei es aber in erster Linie wichtig, dass die Verhandlungen endlich beginnen und dass vor allem Gespräche zwischen den Betroffenen geführt werden. Nur in einem Dialog auf Augenhöhe könne eine langfristige Lösung herbeigeführt werden. Es gehe schließlich um die Bildung und damit um die Zukunft unseres Landes. „Bildung darf nicht als Kostenpunkt, sondern als Investition in die Zukunft gesehen werden und muss einem reichen Land wie Südtirol einfach mehr wert sein.“