Im Mai wählen die Bozner einen neuen Gemeinderat. Die Parteien sind derzeit auf der Suche nach Kandidaten und vor allem nach Spitzenkandidaten. So auch die SVP, die sehr bald entscheiden muss, ob sie dafür eine interne Vorwahl abhalten will, oder ob man sich intern auf einen Namen einigt, der die Volkspartei in die wichtige Wahl führen soll. Eine erste Tendenz ist erkennbar.<BR /><BR /><BR /><BR />Vom Ausgang dieser Entscheidung hängt ab, ob sich die Partei auf einen Namen festlegt, oder ob es ein offenes Rennen geben wird. Konkret: Gibt es interne Vorwahlen mit mehreren Kandidaten, oder gibt es im 30-köpfigen Koordinierungsausschuss – dem zentralen Organ der Volkspartei in Bozen – eine Einigung auf eine Person für die Spitzenkandidatur? Eine erste Tendenz in der Partei scheint sich jedenfalls abzuzeichnen.<BR /><BR /><BR />Der frisch gewählte SVP-Stadtobmann <b>Andreas Berger</b> wollte sich gestern auf Anfrage zum weiteren Vorgehen „zu diesem Zeitpunkt noch nicht äußern. Es ist zu früh, wir führen Gespräche“, wie er gegenüber dieser Zeitung erklärte. Auch <b>Michael Staffler</b>, Ortsobmann von Rentsch-Bozner Boden, wollte sich gestern nicht positionieren. „Ich halte mich vorerst zurück“, betonte Staffler. <BR /><BR /><BR />Abwartend geben sich auch <b>Gerhard Benedikter</b>, SVP-Ortsobmann von Bozen Zentrum, und <b>Paula Aspmair</b>, SVP-Ortsobfrau von Bozen Dorf. „Vorausgeschickt, dass in meiner Ortsgruppe über die Spitzenkandidatur noch nicht diskutiert wurde, ist es die Aufgabe des neuen Stadtobmannes, das Thema in den Koordinierungsausschuss zu bringen“, erklärte Aspmair. Dann werde die Frage in den Ortsgruppen diskutiert und „was die Mehrheit entscheidet, wird durchgezogen.“ Auch Benedikter setzt auf das Parteigremium. „Ich muss sehen, wie sich der Ausschuss diesbezüglich einigt. Dann wird man sehen, wie wir die Sache angehen.“<BR /><BR /><BR />Konkretere Vorstellungen zum Thema Spitzenkandidatur hat <b>Heinrich Corradini</b>, Ortsobmann der SVP in Gries. „Wir haben im Ortsausschuss bereits darüber gesprochen. Eine Vorwahl wäre nicht schlecht. Natürlich muss man das abwägen und schauen, ob sich Vizebürgermeister Stephan Konder als Spitzenkandidat stellt oder nicht. Sollte er sich stellen, dann sollte es keine Vorwahl geben. Möchte er nicht als Spitzenkandidat antreten, wären Vorwahlen sicherlich erforderlich. Letztlich entscheidet der Koordinierungsausschuss, der vom neuen Stadtobmann einberufen werden muss. Stadtobmann Berger muss Entscheidungen treffen, zusammen mit den Mitgliedern des Ausschusses.“<BR /><BR /><BR /><b>Judith Peintner Kofler</b>, SVP-Ortsobfrau von Haslach, wollte sich uns gegenüber nicht im Namen ihrer Ortsgruppe festlegen, da diese über das Thema noch nicht gesprochen habe. Meiner persönlichen Meinung nach wäre es besser, wenn wir mit unseren Kandidaten, die wir schon haben und die an vorderster Front stehen, beginnen würden. Wir haben zurzeit einen Vizebürgermeister, wir haben eine Stadträtin und ich würde hier anfangen zu schauen, wie es für die beiden aussieht. Wenn man sieht, dass das strategisch nicht sinnvoll ist, dass es besser wäre, einen anderen Weg einzuschlagen, dann muss man sehen, wie man zu einem Spitzenkandidaten kommt.“ Früher sei sie eine Verfechterin von Vorwahlen gewesen, aber ihre Erfahrung verschiedenster Wahlen habe gezeigt, dass Vorwahlen „manchmal nicht der richtige Weg sind.“ Deshalb sei dieser Weg für sie persönlich „nur die zweite Variante.“<BR /><BR /><BR /> Option Nummer 1 wäre eine Vorwahl dagegen für <b>Sylvia Hofer</b>, SVP-Ortsobfrau von Zwölfmalgreien. „Dieter Steger hat in seiner Zeit als Stadtobmann erklärt, dass er Vorwahlen möchte. Dieser Vorschlag für eine demokratische Abstimmung wäre vielleicht sinnvoll. Das wäre eine Möglichkeit, für die ich offen bin. Eine Nominierung ginge auch. Aber Vorwahlen haben schon ihren Reiz, weil man den Spitzenkandidaten dadurch stärkt“, betonte Hofer.<BR /><BR /><BR />Für <b>Peter Warasin</b>, SVP-Fraktionssprecher im Gemeinderat, „sollte Vizebürgermeister Stephan Konder eine Art 'Vorrecht' haben. Er soll sagen, ob er Interesse hat, Spitzenkandidat zu werden, ob er zur Verfügung stünde. Das möchte ich von ihm wissen“, betonte Warasin. Aufgrund dieser Entscheidung werde er sich seine weiteren Überlegungen machen.<BR />Ebenfalls auf die Konder-Karte setzt <b>Hannes Unterhofer</b>. „Wenn Vizebürgermeister Konder sich bereit erklärt, sich zur Verfügung zu stellen, wäre das zielführend“, erklärte uns der Vize-SVP-Fraktionssprecher im Gemeinderat.