Dienstag, 17. Juli 2018

Erasmus-Programm für Forscher beschlossen

Die Landesregierung hat die Ausschreibung 2018 zur Förderung der Auslandsaufenthalte von Südtirols Forschern zu deren weiteren Spezialisierung am Montag genehmigt. Ebenso möglich ist es, dass Südtiroler Forschungseinrichtungen über diesen Wettbewerb spezifische Forscher aus dem Ausland nach Südtirol holen können. Dafür stehen im Zeitraum 2018-2020 insgesamt 880.000 Euro zur Verfügung.

Der Forscher Andreoli installiert im Gadriatal im Vinschgau eine Kamera, die von einem Niederschlagmessgerät gesteuert wird. - Foto: lpa/privat
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Der Forscher Andreoli installiert im Gadriatal im Vinschgau eine Kamera, die von einem Niederschlagmessgerät gesteuert wird. - Foto: lpa/privat

„Diese Fördermaßnahme dient dazu, dem sogenannten Brain-Drain entgegenzuwirken – der Abwanderung der hellen Köpfe, allen voran der Forscher", erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher in der heutigen Pressekonferenz der Landesregierung. Darüber hinaus solle der Wettbewerb den Horizont der in Südtirol beschäftigten Forscher erweitern. „Es handelt sich also dabei um eine Art Südtiroler Erasmus-Programm für Forscher. Am Ende ihres Aufenthalts in ausländischen Forschungseinrichtungen können sie ihr neu angeeignetes Wissen und ihre Erfahrungen bei ihrer Rückkehr nach Südtirol mitbringen", betonte der Landeshauptmann.

Etliche Beispiele der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass diese Maßnahme auch zu Fortschritten am Forschungsstandort Südtirol führt. Ähnlich profitieren würde dieser im Gegenzug von spezifischen Forschern, die Südtirols Forschungseinrichtungen ins Land geholt haben. In beiden Fällen diene die Förderung auch dazu, im Ausland das Innovationspotential Südtirols stärker bekannt zu machen.

Die Förderinitiative ist Teil der sogenannten Forschungsoffensive der Landesabteilung Innovation, Forschung und Universität und dient auch dazu, den Forschungsstandort Südtirol insgesamt zu stärken.

Neu in der aktuellen Ausschreibung

„Wir möchten die Internationalisierung der Forschung in Südtirol voranbringen, speziell der jungen Forscher. Sie sind die eigentliche Zielgruppe dieser Förderung", betont in diesem Zusammenhang Abteilungsdirektor Vito Zingerle. Forschung sei per se international – Auslandaufenthalte seien daher für die Forscher wesentlich.

Die Südtiroler Forschungseinrichtungen, die die Ansuchen stellen, sollen die jungen Forscher dann in ihrer Auslandstätigkeit begleiten, indem sie ihnen einem Tutor zur Seite stellen. „Wir sind überzeugt, dass diese Erfahrungen nicht nur den Forschern viel bringen, sondern auch Südtirols Forschungsinstitutionen. Deren Forschungstätigkeiten haben sich bereits so gut entwickelt, dass es ihnen mittlerweile gelingt, brillante junge Köpfe ins Land zu holen", sagt Zingerle.

Die Aufenthalte können zwischen 6 und 24 Monaten dauern, die entsprechenden Ansuchen bis 31. Oktober eingereicht werden. Sobald der Wettbewerb im Amtsblatt veröffentlicht ist, werden dessen Details auch auf der Webseite der Landesabteilung Innovation, Forschung und Universität ersichtlich sein. Die Forschungsinstitutionen erhalten Zuschüsse zwischen 40.000 und 170.000 Euro, je nach dem wie lang der Aufenthalt der Forscher dauert.

stol/lpa

 

stol