Mittwoch, 04. März 2020

Erdogan fordert von EU Hilfe für Lösung in Syrien

Der türkische Präsident Recep Tayyip hat Europa dazu aufgefordert, sein Land in den Bemühungen um eine politische Lösung in Syrien zu unterstützen. Nur so könne die Migrationskrise bewältigt werden, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara vor einem Treffen mit EU-Ratspräsident Charles Michel.

Türkischer Präsident Erdogan versucht die Europäer zu überzeugen.
Türkischer Präsident Erdogan versucht die Europäer zu überzeugen. - Foto: © APA (AFP) / ADEM ALTAN
Der „Migrationsstrom“ werde so lange anhalten, bis in Syrien eine neue Verfassung ausgearbeitet und freie Wahlen abgehalten werden könnten. „Wenn die Länder Europas die Probleme lösen wollen, müssen sie die politische und humanitäre Lösung, die die Türkei in Syrien zu realisieren versucht, unterstützen“, sagte Erdogan. Er hoffe, dass die EU durch die aktuellen Entwicklungen die „Wahrheit“ erkenne, fügte er hinzu. Details dazu, wie die Unterstützung aussehen könnte, nannte er nicht.

Die türkische Armee unterstützt im syrischen Bürgerkrieg Rebellen, darunter islamistische Gruppen, und hat dort mehrere Beobachtungsposten errichtet. Der syrische Präsident Bashar al-Assad wird von Russland unterstützt.

Hunderttausende auf der Flucht

In der nordwestsyrischen Rebellenhochburg Idlib sind Hunderttausende Menschen vor syrischen und russischen Angriffen auf der Flucht. Die Lage hat sich seit dem Beginn einer groß angelegten Militäroffensive im April 2019 dramatisch verschärft.

Erdogan will verhindern, dass angesichts der Kämpfe in Idlib weitere Flüchtlinge in die Türkei kommen. Am Samstag hatte Erdogan verkündet, die Türkei habe für die Flüchtlinge im Land die Grenzen in Richtung EU geöffnet. Seitdem haben sich Tausende Migranten auf den Weg zur türkisch-griechischen Grenze gemacht. Beobachter gehen davon aus, dass Erdogan die EU damit unter Druck setzen will.

Die Türkei hatte in Idlib eine Militäroffensive begonnen, nachdem am Donnerstag bei einem Luftangriff mindestens 34 türkische Soldaten getötet worden waren. Die Türkei macht die syrische Regierung für den Angriff verantwortlich. Angesichts der Eskalation der Kämpfe will Erdogan am Donnerstag mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau beraten. Der türkische Präsident betonte am Donnerstag vor Journalisten, dass er auf eine Waffenruhe in Idlib hoffe.

Erdogan hofft nach eigenen Angaben nun auf einen raschen Waffenstillstand in Nordwestsyrien. Er hoffe, dass es nach seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin „so schnell wie möglich“ zu einer Feuerpause in der Provinz Idlib komme, sagte Erdogan am Mittwoch. Erdogan reist wegen der zunehmenden Spannungen im Syrien-Konflikt am Donnerstag zu einem eintägigen Treffen mit Putin nach Moskau.

apa