Samstag, 22. Februar 2020

Erdogan kündigt Syrien-Gipfel mit Merkel, Macron und Putin an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat für den 5. März einen Syrien-Gipfel mit Deutschland, Frankreich und Russland angekündigt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über die Lage in der umkämpften nordsyrischen Provinz Idlib reden.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über die Lage in der umkämpften nordsyrischen Provinz Idlib reden. - Foto: © APA/afp / HANDOUT
Er wolle mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über die Lage in der umkämpften nordsyrischen Provinz Idlib reden, sagte Erdogan am Samstag in Izmir – ohne einen Ort für den Gipfel zu nennen.

„So Gott will, werden wir ein günstiges Ergebnis für unser Land und für unsere syrischen Brüder erreichen.“ Er habe in Telefonaten mit Putin, Merkel und Macron am Freitag seine Entschlossenheit bezogen auf Idlib deutlich gemacht. „Wir werden uns am 5. März wieder treffen, und wir werden diese Probleme erörtern.“


Merkel undMacron fordern Ende der Kämpfe

Russland ist Schutzmacht der syrischen Regierung, die Türkei unterstützt islamistische Rebellen. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu hatte am Freitagabend gemeldet, Erdogan habe erneut gefordert, dass die syrische Regierung sich zurückhalten müsse. Die Türkei droht für Ende Februar mit einer Militäroffensive gegen die syrischen Truppen, sollten diese sich nicht zurückziehen.


Über die Lage in Idlib hatten Merkel und Macron mit Putin bereits am Donnerstag gesprochen. Sie hatten ein sofortiges Ende der Kämpfe und ungehinderten humanitären Zugang zu den Bedürftigen gefordert.


Flüchtlingsströme lösen Sorgen in der Türkei aus

Die Lage in Idlib – dem letzten großen Rebellengebiet in Syrien – war zuletzt eskaliert. Nach UN-Angaben flohen seit Anfang Dezember rund 900.000 Syrer vor den heranrückenden Regierungstruppen und der Gewalt – auch in Richtung türkische Grenze.

Das hatte in der Türkei, die bereits Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt, Sorgen ausgelöst.
Das türkische Verteidigungsministerium teilte am Samstag mit, ein weiterer türkischer Soldat sei durch Schüsse eines syrischen Panzers getötet worden. Damit sei die Zahl der in den vergangenen Wochen bei militärischen Auseinandersetzungen getöteten türkischen Militärangehörigen auf 16 gestiegen.


Dominiert wird Idlib von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Syrien und sein Verbündeter Russland argumentieren, sie bekämpften in der Region Terroristen. Allerdings kämpfen dort auch gemäßigtere Rebellen.

dpa