Dell'Utri soll vom TV-Unternehmen Geld verlangt haben, um über angebliche Kontakte in den 70er Jahren zwischen dem damals aufsteigenden Geschäftsmann Berlusconi und der Mafia zu schweigen. Dell'Utri soll der „Verbindungskanal“ zwischen dem bis vergangenem November amtierenden Ministerpräsidenten und der Cosa Nostra gewesen sein.Im Rahmen der Ermittlungen war Berlusconi von den ermittelnden Staatsanwälten in Palermo am vergangenen Montag vorgeladen worden. Der Ex-Premier erschien jedoch nicht im Justizpalast Palermos mit der Begründung, er sei mit seiner politischen Tätigkeit beschäftigt, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Mittwoch.Die Ermittlungen gegen Dell'Utri laufen seit einigen Monaten. Berlusconi hatte im vergangenen Frühjahr eine Villa am Comer See im Besitz Dell'Utris für 20 Millionen Euro erworben. Die Ermittler vermuten, dass der Medienzar einen stark überhöhten Preis für die Villa gezahlt habe, weil er von Dell'Utri erpresst worden sei. Dieser habe Berlusconi gedroht, den Justizbehörden über seine Beziehungen zur Cosa Nostra zu berichten. Dell'Utri wies die Vorwürfe am Mittwoch entschieden zurück.Das Kassationsgericht in Rom, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, hatte im März einen Prozess gegen Dell'Utri wegen Mafia-Verstrickungen, bei dem der Senator zweitinstanzlich zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, für ungültig erklärt und dem Einspruch Dell'Utris stattgegeben. Das Verfahren muss nun neu aufgerollt werden. Der Senator von Berlusconis PdL war schuldig gesprochen worden, Kontakte zur Cosa Nostra gepflegt zu haben.Es sei während des Verfahrens bewiesen worden, dass der Sizilianer Dell'Utri „Vermittlungsaktivitäten“ zwischen dem Mafia-Clan und dem aufstrebenden Mailänder Geschäftsmann wahrgenommen habe, hieß es im Urteil. Die Mafiabosse boten Berlusconi demnach „Schutz“ an. Berlusconis Medienimperium Fininvest habe dem Clan wiederum „Schutzgeld“ gezahlt, um die Gefahr einer Entführung des Unternehmens und seiner Familienangehörigen abzuwenden.Berlusconi ging erst in den 1990er Jahren in die Politik. Die Jahre zuvor, in denen er sein Geschäftsimperium aus Bau- und Medienunternehmen aufbaute, sind seit Jahren Basis von Verschwörungstheorien. apa