Mittwoch, 31. März 2021

Ermittlungen gegen NGOs in Italien: 24 Personen droht Prozess

Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Trapani hat Ermittlungen gegen 24 Personen im Rahmen einer 2017 eingeleiteten Untersuchung wegen Schlepperei abgeschlossen. Dabei geht es um die Begutachtung, die zur Konfiszierung des von der deutschen NGO Jugend Rettet betriebenen Schiffes „Iuventa“ geführt hatte, berichtete die Mailänder Tageszeitung „Il Giornale“. Die Staatsanwaltschaft wird bald die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen die Angeklagten beantragen.

Mögliche Schlepperei auf der „Iuventa“ steht im Mittelpunkt der Ermittlungen.
Mögliche Schlepperei auf der „Iuventa“ steht im Mittelpunkt der Ermittlungen. - Foto: © APA/afp / ANDREAS SOLARO
Sie werden verdächtigt, Migranten nicht gerettet, sondern sie nach Abkommen mit libyschen Schleppern an Bord der Schiffe genommen zu haben. Die Ermittler sammelten E-Mails, Facebook- und WhatsApp-Nachrichten, die den Kontakt der NGO-Mitglieder zu libyschen Schleppern bezeugen würden.

Die Ermittlungen betreffen unter anderem die Kapitäne der „Iuventa“, Mitglieder der NGOs Save the Children und Ärzte ohne Grenzen sowie Betreiberinnen der Rettungsschiffe „Prudence“ und „Vox Hestia“. Die Liste der Verdächtigen, zu denen mehrere deutsche Staatsbürger gehören, wurde von „Il Giornale“ erstmals veröffentlicht.

apa