Donnerstag, 10. Dezember 2020

Ermittlungen im Fall Giulio Regeni beendet – Anklage erwartet

Die römische Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen wegen des Mordes an dem italienischen Doktoranden Giulio Regeni in Ägypten abgeschlossen.

Die Leiche des 28-jährigen Giulio Regeni (im Bild) war 2016 in Ägypten gefunden worden.
Die Leiche des 28-jährigen Giulio Regeni (im Bild) war 2016 in Ägypten gefunden worden. - Foto: © ANSA / WEB / XX
Erwartet wird, dass die Justizbehörden Anklage gegen 4 hochrangige Mitglieder der ägyptischen Geheimdienste erheben, wie italienische Medien berichteten.

Die Ermittlungen gegen den 5. Verdächtigen wollen die Staatsanwälte einstellen.

Zu den Angeklagten zählt der hohe Geheimdienstfunktionär Magdi Ibrahim Abdelal Sharif, dem Entführung, Folter und Mord vorgeworfen wird.

9 Tage lang gefoltert

Die römischen Ermittler gehen davon aus, dass Regeni 9 Tage lang mit Stöcken, Messern sowie glühenden Gegenständen und Fußtritten gefoltert worden sei. Die Angeklagten haben jetzt 3 Wochen Zeit, um ein Verteidigungsdossier vorzulegen und eventuell befragt zu werden.

Regeni hatte für seine Doktorarbeit in Cambridge über die ägyptische Gewerkschaftsbewegung geforscht – einem sehr heiklen Thema in dem autoritär geführten Land.

Die verstümmelte und mit Foltermalen übersäte Leiche des 28-Jährigen war im Februar 2016 an einer Überlandstraße in Ägypten gefunden worden.

Italien hatte die von Ägypten vorgebrachten Erklärungen zurückgewiesen, wonach Regeni bei einem Verkehrsunfall starb oder von Kriminellen getötet wurde.

apa