Donnerstag, 13. Juni 2019

Erneut mehr als 30 Tote in Afghanistan

Ungeachtet der Suche nach einer politischen Lösung gehen die Kämpfe in Afghanistan unvermindert weiter. Bei einem Selbstmordanschlag und Gefechten in mehreren Provinzen kamen nach offiziellen Angaben binnen 48 Stunden mindestens 34 Menschen um. In der östlichen Provinzhauptstadt Jalabad sprengte sich am Donnerstag ein Selbstmordattentäter bei einem Polizeiauto in die Luft.

Im Iran gab es erneut über 30 Tote.
Im Iran gab es erneut über 30 Tote. - Foto: © shutterstock

Obwohl die radikalislamischen Taliban ihr Herrschaftsgebiet wieder ausdehnen, sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom Mittwoch seit Anfang des Jahres erneut mehr als 205.000 Afghanen aus den Nachbarländern Iran und Pakistan in ihre Heimat zurückgekehrt.

Alleine 195.000 kamen aus dem Iran. Es geht dabei nur um Afghanen, die nicht beim UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR registriert sind und keine gültige Aufenthaltserlaubnis haben.

Iran in schwerer Wirtschaftskrise

Der Iran steckt wegen der US-Sanktionen in einer schweren Wirtschaftskrise und die oftmals illegal beschäftigten Afghanen finden dort kaum mehr Arbeit. Allerdings leidet auch Afghanistan unter Arbeitslosigkeit und laut der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) sind seit Jahresbeginn mehr als 127.000 Menschen vor Kämpfen aus ihren Dörfern und Städten geflohen.

In der östlichen Provinzhauptstadt Jalabad sprengte sich am Donnerstag ein Selbstmordattentäter bei einem Polizeiauto in die Luft. Dabei seien mindestens 9 Menschen getötet und 12 verletzt worden, sagte ein Sprecher des Gouverneurs. 4 der Getöteten waren demnach Polizisten und 5 Zivilsten. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Achter Kleriker in Provinz Nangarhar getötet

In der Provinz Nangarhar sind Taliban sowie die Terrormiliz „Islamischer Staat” (IS) aktiv. Erst am Mittwoch wurde in Nangarhar der mittlerweile achte Kleriker innerhalb von 3 Monaten getötet.

apa/dpa

stol