Sonntag, 31. Mai 2020

Fall Floyd: Erneute Proteste – Ehefrau des Polizisten trennt sich

In der US-Großstadt Minneapolis ist es nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz erneut zu Ausschreitungen gekommen. Die Ehefrau des angeklagten Polizisten hat in der Zwischenzeit die Scheidung eingereicht.

In den USA halten die Ausschreitungen wegen des Todes von George Floyd an. - Foto: © APA/getty / Matthew Hatcher
In den USA kommt es weiterhin zu heftigen Protesten wegen des Todes von George Floyd, der am Montag nach einem brutalen Polizeieinsatz in der Großstadt Minneapolis (Minnesota) gestorben ist.

Von Los Angeles über Miami bis Chicago gingen am Samstag Tausende auf die Straße. In Indianapolis wurde laut einem TV-Bericht mindestens 1 Mensch getötet.


Immer mehr Städte in den USA haben angesichts der mittlerweile nahezu landesweiten, teils gewalttätigen Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Ausgangssperren verhängt.

Nationalgarde mobilisiert

Vor dem Polizeigebäude in Minneapolis riefen Dutzende Demonstranten „Keine Gerechtigkeit - kein Frieden“ („No Justice, No Peace“), wie die „Washington Post“ berichtete.


Nach dem Tod des Afroamerikaners war es in Minneapolis bereits zuvor zu schweren Ausschreitungen gekommen. Der Gouverneur des US-Staates Minnesota, Tim Walz, hatte daraufhin die Nationalgarde mobilisiert. In seiner Anordnung hieß es, friedliche Demonstrationen seien weiterhin erlaubt.

Ehefrau lässt sich von Polizist scheiden


Kelllie Chauvin, Ehefrau des angeklagten Polizisten und ehemalige Miss Minneapolis, zeigt sich schockiert von den Taten ihres Ehemannes. Die Beiden sind seit 10 Jahren verheiratet, Chauvin hat 2 Kinder aus einer vorherigen Ehe. Die ehemalige Miss Minneapolis stammt ursprünglich aus Laos und lebte eine Zeit lang in einem Aufnahmezentrum für Flüchtlinge. Nach den wilden Protesten wurde ihr Haus Opfer von Vandalismusattacken. Nun hat sie die Scheidung eingereicht

1 Todesopfer und 2 Verletzte nach Protesten in Indianapolis


Bei Protesten gegen Polizeigewalt ist in der US-Stadt Indianapolis nach einem TV-Bericht mindestens ein Mensch getötet worden. Der Fernsehsender NBC News stützte sich dabei am Sonntag auf Angaben der Polizei. Dem Vize-Polizeichef der Stadt, Josh Barker, zufolge gab es mindestens 2 Verletzte. Der Ablauf war zunächst unklar.

Auf Twitter schrieb die Polizei, ihre Beamten seien nicht involviert gewesen und hätten nicht geschossen. Man untersuche nun zahlreiche Vorfälle. In den USA kam es am Samstag und in der Nacht auf Sonntag in zahlreichen Städten zu Protesten gegen Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd.



Polizeistation gestürmt


Am Freitag musste eine Polizeistation evakuiert werden, berichtete der Sender CBS Minnesota unter Berufung auf eine Polizeimitteilung.



„Demonstranten sind gewaltsam in das Gebäude eingedrungen und haben mehrere Brände entzündet“, zitierte der Sender weiter aus der Mitteilung.

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Auch in Denver kam es Medienberichten zufolge zu Protesten. Örtliche Medien berichteten dort über Schüsse. Laut Polizei wurden zunächst keine Verletzten gemeldet.



apa/dpa/jno

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