Mittwoch, 20. März 2019

Erste Opfer der Terrorattacke in Neuseeland beigesetzt

Nach dem Attentat auf 2 Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind am Mittwoch die ersten der insgesamt 50 Opfer beigesetzt worden. Als erste wurden ein syrischer Flüchtling und sein Sohn zu Grabe getragen. Australien Regierungschef Scott Morrison lud unterdessen aus Verärgerung über Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu den Angriffen den türkischen Botschafter vor.

Die meisten Opfer kommen aus Einwandererfamilien. - Foto: APA (AFP)
Die meisten Opfer kommen aus Einwandererfamilien. - Foto: APA (AFP)

Neuseeland will am Freitag mit 2 Schweigeminuten der 50 Todesopfer des rassistisch motivierten Anschlags von Christchurch gedenken. Eine Woche nach dem Massaker eines mutmaßlich rechtsextremistischen Täters in 2 Moscheen soll das ganze Land stillstehen. Dies kündigte Premierministerin Jacinda Ardern am Mittwoch bei einem weiteren Besuch in der Stadt an.

Khalid Mustafa hinterlässt Frau und 2 Kinder 

Zur Beerdigung der beiden ersten Opfer fanden sich hunderte Trauernde auf dem Friedhof unweit der Linwood-Moschee, dem zweiten Anschlagsort, ein. Nach Gebeten wurden Khalid Mustafa und sein 15-jähriger Sohn bestattet. Ihr Namen wurden über Lautsprecher bekannt gegeben. Die Familie der beiden war erst im vergangenen Jahr aus Syrien nach Neuseeland gekommen. Der 44-jährige Khalid war bei dem Angriff auf die erste Moschee erschossen worden. Er hinterlässt eine Frau und Tochter sowie einen weiteren Sohn, Zaid, der ebenfalls angeschossen wurde, aber überlebte.

Bisher übergaben die neuseeländischen Behörden erst die sterblichen Überreste von 6 Opfern des Christchurch-Attentats an ihre Angehörigen. Bis Dienstag seien alle 50 Autopsien abgeschlossen worden, allerdings hätten nur 12 Opfer „zur Zufriedenheit des Gerichtsmediziners identifiziert” werden können, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Keine Hinweise auf Freigaben der Leichen

Die Verzögerung bei der Überführung der Leichname an die Familien sorgte für Unmut: Viele Hinterbliebene hätten die Toten gerne binnen 24 Stunden beigesetzt, wie es muslimischer Brauch ist. Der 23-jährige Mohamed Safi, dessen Vater Matiullah Sadi in der Al-Noor-Moschee getötet wurde, äußerte seinen Ärger über die Behörden, die den trauernden Familien keinen Hinweis darauf gegeben hätten, wann sie die Leichen freigeben würden. „Sie sagen uns nichts”, sagte der afghanische Flüchtling vor dem Familienhilfezentrum in Christchurch.

Die neuseeländische Polizei teilte mit, dass ihr der Frust der betroffenen Familien „durchaus bewusst” sei. Die Polizei versuche, die Kommunikation mit den Hinterbliebenen zu verbessern und dafür zu sorgen, dass sie umfassend informiert würden. „Wir tun alles, was wir können, um diese Arbeiten so schnell wie möglich abzuschließen und die Opfer an ihre Angehörigen zurückzugeben”, teilte die Polizei mit.

apa/dpa

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stol