Sonntag, 21. Juni 2020

Erste Trump-Massenkundgebung seit Beginn der Corona-Krise

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat US-Präsident Donald Trump wieder eine Massenkundgebung abgehalten. Trump wurde am Samstagabend in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma von Tausenden Anhängern mit „USA, USA, USA“-Rufen empfangen. Dennoch waren deutlich weniger Menschen erschienen als erwartet. „Wir fangen unseren Wahlkampf an“, sagte Trump. „Ihr seid Krieger“, so Trump zu seinen Unterstützern.

Trump begrüßte seine Unterstützer als "Krieger".
Trump begrüßte seine Unterstützer als "Krieger". - Foto: © APA/AFP / NICHOLAS KAMM
Die Veranstaltungshalle mit Platz für rund 20.000 Teilnehmer war nicht gefüllt. Viele Sitze blieben leer. Ein Auftritt Trumps vor dem BOK Center, wo sich jene Anhänger versammeln sollten, die in der Halle keinen Platz mehr finden, wurde abgesagt. Der Platz, auf dem eine Großleinwand und eine Bühne aufgebaut waren, war so gut wie leer.

Kein Wort zu George Floyd


In seiner mehr als eineinhalbstündigen Ansprache nannte Trump nicht ein einziges Mal den Namen des Afroamerikaners George Floyd, der Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis getötet wurde. Auch Rassismus oder Polizeigewalt thematisierte Trump nicht. Stattdessen sagte der Republikaner mit Blick auf die Wahl im November unter Applaus: „Wenn die Demokraten an die Macht kommen, dann werden die Randalierer das Sagen haben und niemand wird mehr sicher sein.“

Trump sagte weiter: „Sie wollen unser Erbe zerstören, damit sie ihr neues Unterdrückungsregime an seiner Stelle durchsetzen können.“ Die Demokraten wollten Polizeibehörden die Finanzierung entziehen und diese auflösen. Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, habe sich „der radikalen Linken ergeben“. Sollte Biden im November gewählt werden, „wird niemand mehr sicher sein“.

6 Mitglieder des Wahlkampfteams positiv getestet

Teilnehmer der Kundgebung mussten sich bei der Registrierung damit einverstanden erklären, dass die Wahlkampf-Organisatoren nicht für eine Covid-19-Erkrankung und mögliche Folgen haftbar gemacht werden können. Vor der Kundgebung wurden sechs Mitarbeiter seines Wahlkampfteams in Tulsa positiv auf das Coronavirus getestet.

Sie seien Teil des Vorausteams gewesen und in Quarantäne genommen worden, teilte der Kommunikationsdirektor von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, am Samstag mit. Trump selber trug wie üblich keine Maske bei seinem Auftritt. Trumps designierter Herausforderer der Demokraten, Ex-Vizepräsident Joe Biden, warf Trump vor, Menschen zu gefährden, um seinen Wahlkampf wieder aufzunehmen.

apa/dpa