Donnerstag, 26. September 2019

Erster öffentlicher Dialog zu den Protesten in Hongkong

Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam stellt sich am Donnerstag dem ersten öffentlichen Dialog, um die seit Monaten andauernden Proteste der Demokratiebewegung in den Griff zu bekommen. 150 Teilnehmern werden jeweils 3 Minuten Redezeit eingeräumt, um ihre Ansichten darzulegen, teilten die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone mit.

150 Teilnehmer nehmen am öffentlichen Dialog teil Foto: APA/AFP (Archiv)
150 Teilnehmer nehmen am öffentlichen Dialog teil Foto: APA/AFP (Archiv)

Die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Veranstaltungsort wurden erhöht. Schulen und Geschäfte sollten im Vorfeld der Gesprächsrunde früher schließen.

Es seien tiefe Wunden in die Gesellschaft gerissen worden, schrieb Lam in einem Beitrag für die „New York Times”. Es brauche Zeit, um diese zu heilen. Aber ihre Regierung hoffe weiter, dass Dialog über Konflikt siegen würde, dass wieder Ruhe einkehre und dass Vertrauen innerhalb der Gemeinschaft wieder aufgebaut werden könne.

Hongkonger Bürger zeigten sich skeptischer. „Sie haben nicht gehört, als 200.000 auf die Straße gegangen sind. Warum sollten sie auf nur 150 hören?”, fragte die 62-jährige Poon Yau-lok.

Hongkong ist seit 1997 eine chinesische Sonderverwaltungszone, in der seit Monaten gegen einen stärkeren Einfluss der Führung in Peking demonstriert wird. Teilweise schlugen die Proteste in Gewalt um. Viele Menschen in der ehemaligen britischen Kronkolonie fürchten, dass sie politische Freiheiten verlieren. Lam wird zudem eine zu große Nähe zur Führung in Peking vorgeworfen.

apa/ag.

stol