Dienstag, 29. Dezember 2020

Erstes gemeinsames Manöver radikaler Palästinenser-Gruppen

Anlässlich des 12. Jahrestags des Konflikts mit Israel haben militante palästinensische Gruppen im Gazastreifen Raketen in Richtung Mittelmeer abgefeuert. An der auf mehrere Stunden angelegten militärischen Übung seien etwa 10 Gruppierungen beteiligt, sagte ein Sprecher der Al-Quds-Brigaden, dem bewaffneten Flügel der Islamisten-Organisation Islamischer Jihad, am Dienstag in Gaza-Stadt.

Ein maskierter Palästinenser spricht während des Manövers im Gazastreifen.
Ein maskierter Palästinenser spricht während des Manövers im Gazastreifen. - Foto: © APA/AFP / MOHAMMED ABED
Es handelte sich um die erste derartige gemeinsame Übung bewaffneter Gruppen im Gazastreifen. Die Vorführung solle die „Fähigkeiten der Kämpfer“ stärken und die „Einheit“ der bewaffneten Gruppen im Gazastreifen demonstrieren, sagte der Sprecher. An der Übung war auch die radikalislamische Hamas beteiligt, die den Gazastreifen seit 2007 kontrolliert.

Die israelische Armee hatte einen Raketenstart in der Nacht zum Dienstag gemeldet. Das Projektil sei aber nicht in israelisches Gebiet eingedrungen. Israelische Gegenangriffe blieben bisher aus.

Israel hatte im Dezember 2008 die Operation „Gegossenes Blei“ in Gaza gestartet, um gegen anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Küstenstreifen vorzugehen. Die Auseinandersetzung endete im Jänner des folgenden Jahres mit einem Waffenstillstand. Bei den Kämpfen waren 1440 Palästinenser und 13 Israelis getötet worden.

Seither führten Israel und die Hamas 2 weitere Kriege gegeneinander. In den vergangenen Monaten hielt ein fragiler Waffenstillstand, der jedoch immer wieder durch Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und israelische Vergeltungsangriffe unterbrochen wird.

apa