Dienstag, 27. Juli 2021

Erweiterte Corona-Testpflichten für Urlaubsrückkehrer geplant

Auch im zweiten Sommer in der Pandemie rücken wieder Risiken durch Urlauber in den Fokus, die aus aller Welt heimkommen. Die Regierung arbeitet an Vorgaben für mehr Tests, um Infektionen zu entdecken.

Sorgen um Covid-19 sind in diesem Jahr ständiger Reisebegleiter.
Sorgen um Covid-19 sind in diesem Jahr ständiger Reisebegleiter. - Foto: © shutterstock
Zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung nach den Sommerferien müssen sich Urlauber aus Deutschland auf erweiterte Testpflichten bei der Rückkehr nach Deutschland gefasst machen. Die deutsche Bundesregierung stimmt sich derzeit über eine vorgesehene Neuregelung ab, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag sagte. Ressortchef Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer streben eine schnellstmögliche Ausweitung der Testpflichten bei der Einreise an. Die Reisebranche rief Urlauber auf, sich impfen zu lassen. Mit Blick auf den Herbst wollen mehrere Länder baldige Beratungen mit dem Bund.

Generelle Testpflicht besteht bereits bei Einreise mit Flugzeug

Eine generelle Testpflicht bei der Einreise besteht schon für alle Flugpassagiere. Der Nachweis eines negativen Ergebnisses muss noch im Urlaubsland gemacht und vor dem Start vorgezeigt werden – oder aber ein Nachweis als Genesener oder voll Geimpfter. Nach Vorstellungen Spahns und Seehofers sollte künftig grundsätzlich ein Test verlangt werden – egal, von wo und mit welchen Verkehrsmitteln man kommt.

Wer weder geimpft ist noch eine Infektion hatte, müsste etwa auch einen Test machen, wenn er oder sie per Auto aus Polen kommt. Stationäre Grenzkontrollen sind aber dem Vernehmen nach nicht Teil des Konzepts.
Spahn hatte bereits in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass
eine Ausweitung der Testpflicht sehr schnell kommen solle. Zunächst
berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag über
das Thema. Kritik kam von der Opposition.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwoch) dagegen: „Eine generelle Testpflicht bei der Einreise nach Deutschland für alle, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, ist aus medizinischer Sicht sehr sinnvoll.“ Bei Urlaubsreisen bestehe wegen der größeren Zahl an Kontakten
grundsätzlich ein höheres Risiko, sich zu infizieren – zunächst
einmal unabhängig vom Reiseort und dem genutzten Verkehrsmittel.

Genesene und Geimpfte dürfen früher aus der Quarantäne

An diesem Mittwoch tritt bereits eine vom Kabinett beschlossene neue Einreiseverordnung in Kraft. Da es zu der von Spahn und Seehofer geplanten Regelung keine Einigkeit gab, werden im Wesentlichen die bestehenden Regelungen bis vorerst 10. September verlängert. Eine Erleichterung gibt es für Einreisende aus Virusvariantengebieten, in denen neue, besorgniserregende Virusformen kursieren.

Bisher müssen auch Genesene und Geimpfte, die von dort zurückkommen, für 14 Tage in Quarantäne. Künftig kann diese generell vorzeitig beendet werden, wenn die Region noch während der Quarantänezeit nicht mehr als Virusvariantengebiet eingestuft wird.

Welche Regionen die Bundesregierung zu Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiete mit besonderen Vorgaben zu Tests und Quarantäne erklärt, veröffentlicht das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Internetseite. Seit Dienstag gelten Spanien und die Niederlande als Hochinzidenzgebiete mit besonders vielen Neuinfektionen. Wer aus einem solchen Gebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) und der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) appellierten an die Bürger, Angebote zu Corona-Impfungen auch mit Blick auf den Urlaub anzunehmen. „Für Geimpfte ist die Reiseplanung verlässlicher und das Reisen einfacher.“ Einige Länder behielten bestimmte Aktivitäten vor Ort auch ausschließlich Geimpften vor. „Mit dem Impfschutz beugen Sie solchen Überraschungen im Urlaub vor.“

dpa