Die Bewegung „5 stelle“ um Beppe Grillo hat am Mittwoch bei einem Treffen mit Bersani ihr Veto gegen ein Kabinett mit Traditionsparteien bekräftigt. Ursprünglich am Donnerstag wollte Bersani Staatspräsident Giorgio Napolitano über das Ergebnis seiner politischen Sondierungen zur Regierungsbildung berichten. Wegen des bisher enttäuschenden Verlaufs der Gespräche will sich der Mitte-links-Chef jedoch jetzt mehr Zeit vor dem Treffen mit dem Staatsoberhaupt nehmen. Das Gespräch mit Napolitano sollte am Freitag stattfinden.Bersani kann seine Schwierigkeiten nicht mehr verheimlichen. „Es gibt Probleme, doch man muss weiterarbeiten“, erklärte Bersani. Er wolle sich bis Ostersonntag Zeit nehmen, um einen Ausweg aus dem politischen Engpass zu finden. Die „Grillini“, wie die Parlamentarier Grillos bezeichnet werden, bleiben aber hart. Sie bekräftigten ihre feste Absicht, keine Regierung mit Traditionsparteien zu unterstützen. „Wir vertrauen Bersani nicht. Seit 20 Jahren verspicht seine Partei Reformen, die nie umgesetzt worden sind“, reagierte die Fraktionschefin der Bewegung in der Abgeordnetenkammer, Roberta Lombardi.Lombardi dementierte, dass ihre Bewegung eine Regierung Bersani extern unterstützen könnte. Die Gruppierung sei jedoch bereit, allein eine Minderheitsregierung zu bilden. Sollte Bersani nicht in der Lage sein, ein solides Kabinett zusammenzstellen, könnte Napolitano eine prestigereiche Persönlichkeit außerhalb des Parteiensystems mit der Regierungsbildung beauftragen. Napolitano will eine Lösung für das politische Vakuum in Rom vor Ende seines Mandats am 15. Mai finden. Die Alternative wären Neuwahlen noch vor Sommer.apa