<h3> Corriere della Sera: Trump schadet Westen und sich selbst</h3>Die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ warnt vor den möglichen Folgen seines Verhaltens – für Amerika, den Westen und ihn selbst:<BR /><BR />„Mag sein, dass Trumps Provokationen und Kehrtwenden manchmal auch eine Möglichkeit sind, Terrain zu sondieren, um zu sehen, wie weit er gehen kann. Aber bestimmte Äußerungen sind nicht nur unvorhersehbar und bizarr, sondern auch sehr schädlich für Amerika und seinen Präsidenten. Heute macht er abfällige Äußerungen über (Kremlchef Wladimir) Putin, aber vor wenigen Wochen hat er ihm den roten Teppich ausgerollt und damit Legitimität und Rehabilitierung auf der internationalen Bühne verschafft. Katastrophal für den Westen, aber auch für Trump selbst. Indem er die Zölle gegenüber dem indischen Verbündeten verdoppelte und dies gegenüber dem chinesischen Gegner vermied, zerstörte er jahrelange diplomatische Bemühungen, auch seiner eigenen Regierung, Neu-Delhi zum Dreh- und Angelpunkt einer Strategie zur Eindämmung der asiatischen Supermacht zu machen. So beginnen einige zu vermuten, dass es sich weniger um Überheblichkeit handelt als vielmehr um den Beginn eines Verlusts seiner kognitiven Fähigkeiten.“<h3> La Repubblica: Die Rede eines Zerstörers</h3>Die italienische Zeitung „La Repubblica“ meint zum Auftritt von US-Präsident Donald Trump vor der UN-Generalversammlung in New York:<BR /><BR />„Von der Kanzel der Vereinten Nationen hat Donald Trump einen Fluch Urbi et orbi ausgesprochen. Er hat sich zum obersten Interpreten und Propheten des Negativismus und Unilateralismus erhoben. Und er hat eine Vision der Welt und der Rolle Amerikas vorgeschlagen, die alles zerstört, was seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgebaut wurde. Es war die Rede eines Zerstörers, der jegliches Gefühl für Grenzen vermissen ließ, sowohl zeitlich (sie dauerte gut 55 Minuten) als auch verbal. Der Tonfall ähnelte eher einer Rede auf einem Parteitag als einer Ansprache eines Staatsoberhauptes vor der – was auch immer Trump davon halten mag – nach wie vor wichtigsten diplomatischen Versammlung der Welt. In einer theatralischen Anklage, die teilweise auch zusammenhanglos und offensichtlich verlogen war, vermischte Trump ohne jede Hemmung politische Visionen mit persönlichem Groll.“<h3> NZZ: Trump verschärft die Sinnkrise der UN</h3>Zur Rede von US-Präsident Donald Trump vor der UN-Vollversammlung<BR />heißt es am Mittwoch in der „Neuen Zürcher Zeitung“:<BR /><BR />„Die USA bekennen sich seit Jahren bloß halbherzig zum<BR />Multilateralismus. Trump arbeitet nun aber aktiv gegen diese<BR />internationalen Organisationen und gibt sich anders als seine<BR />Vorgänger auch nicht die Mühe, den Schein zu wahren. Die USA sind<BR />aus dem UN-Menschenrechtsrat ausgetreten, haben den<BR />Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas von der Generalversammlung<BR />ferngehalten und die Finanzierung weiterer UN-Initiativen<BR />eingestellt. Trump verschärft damit die schon bestehende Sinnkrise der UN – die weder in der Ukraine noch in Gaza maßgeblich zu einem Frieden hat beitragen können -, während er dem Länderklub gleichzeitig die finanzielle Basis entzieht. Seine Regierung hat bereits eine<BR />Milliarde Dollar an Finanzzusagen für die UN zurückgezogen und<BR />gegenüber dem Kongress angekündigt, eine weitere Milliarde einsparen<BR />zu wollen. (…) Die USA hatten schon vor Trump einen schweren Stand in der UN-Generalversammlung, insbesondere wenn es um den Nahostkonflikt geht. Und besonders die Republikaner werfen der Organisation seit langem vor, ineffizient zu arbeiten und Geld zu verschleudern. Mit seinem unnachgiebigen Ansatz isoliert Trump das Land aber weiter, wie am Dienstag auch die Reden der Staatschefs von wichtigen Ländern zeigten, die traditionell zwischen den Machtblöcken stehen.“