Punkt zwei des Antrages hatte er dann spontan – aufgrund der Diskussion in der Aula über einen Änderungsantrag angefügt – und dafür die Abstimmung zunächst bis zur Übersetzung des Passus ausgesetzt. Denn während im ersten Teil der Debatte über die Maßnahme zur Spritpreissenkung sehr kontrovers diskutiert wurde, war man sich in Sachen Umstieg auf E-Mobilität weitgehend einig. Der Tenor: der richtige Weg für Umwelt und für mehr Unabhängigkeit von Krisen wie der aktuellen. Dennoch fiel auch der zweite Punkt bei der Abstimmung – dank Mehrheit – durch. <BR /><BR />Gegen eine Tankrabatt hatten sich – neben den Mehrheitsparteien – auch die Grünen ausgesprochen, da man etwa am Beispiel Deutschland gesehen habe, dass der Tankrabatt von den Mineralölkonzernen geschluckt worden sei. Man wäre sehr gut beraten, die andernorts für solche Rabatte eingesetzte Steuergelder zur gezielten Entlastung von niederen und mittleren Einkommen aufzuwenden, befand Zeno Oberkofler in der Debatte. Die Teuerung der Energie führe nämlich nicht nur zur Teuerung an der Zapfsäule, sondern zu einer allgemeinen Inflation. Hohe Energiepreise träfen deshalb nicht nur Autofahrer, sondern die gesamte Gesellschaft. <BR /><BR />„Südtirols Möglichkeiten, die Teuerung abzufedern sind überschaubar, alle großen Steuern werden von Rom festgelegt. Zugleich spült gerade diese Teuerung ordentlich Geld in unsere Landeskasse. Ich schlage deshalb ständig vor, die vorhanden Spielräume zu nutzen und die Bürger nicht nur beim Treibstoff, sondern auch bei günstigen Öffis oder eben beim Umstieg auf erneuerbare Energien zu unterstützen“, stellte Leiter Reber klar – und fügte daher Punkt zwei an, wonach die Landesregierung prüfen solle, inwieweit das Land begleitend dazu, zinsbegünstigte Darlehen für den Kauf von E-Autos anbieten könnte.<BR /><BR /> In seiner Replik erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher u.a., das Friauler Modell sei sehr aufwändig, es in Südtirol einzuführen, mache keinen Sinn, zumal es ja bereits eine staatliche Maßnahme in diese Richtung gebe. Kompatscher führte auch die Experten-Kritik in Deutschland an der dortigen 17-Cent-Ermäßigung gegen den Antrag ins Feld. In Sachen E-Autos, so Kompatscher, habe Landesrat Peter Brunner bereits den Auftrag erhalten, mögliche Maßnahmen auszuarbeiten, um Familien den Umstieg zu erleichtern. <BR /><BR />Leiter Reber zeigte sich nach der Ablehnung durch den Landtag enttäuscht: „Leider zwei verpasste Chancen für Südtirol: Einmal für alle, die täglich auf ihr Auto angewiesen sind, aber auch für jene, die auf E-Antrieb setzen wollen, aber sich die hohen Kosten für die Neuanschaffung eines E-Autos nicht leisten können.“