Das berichten am Dienstag spanische Medien unter Berufung auf Angaben des spanischen Innenministeriums. Die seit 50 Jahren für die politische Unabhängigkeit des Baskenlandes kämpfende ETA (Euskadi Ta Askatasuna/Baskenland und Freiheit) wollte den baskischen Regierungschef (Lehendakari) während der Jahresgedenkfeier für den von der ETA am 19. Juni 2009 umgebrachten Polizeiinspektor Eduardo Puelles durch einen Fernschuss mit einem Gewehr in Bilbao töten. Wie das Innenministerium berichtete, kam es nicht zum Anschlag, da die Etarras das Scharfschützengewehr nicht rechtzeitig erhielten.Die Anschlagspläne wurden durch das Geständnis der Mitglieder einer ETA-Terrorzelle bekannt, die vergangene Woche im Baskenland von der spanischen Polizei festgenommen werden konnte. Das sogenannte „Kommando Otazua“ wollte 2010 zudem die KIO-Zwillingstürme im Madrider Finanzzentrum mit einem Sprengstoff beladenen Lieferwagen in die Luft jagen. Die beiden zueinander geneigten Bürohochhäuser an der Plaza de Castilla im Norden der spanischen Hauptstadt sind rund 115 Meter hoch und gelten als Wahrzeichen Madrids.Der Anschlag konnte allerdings vereitelt werden, da die Polizei den Kleinlaster auf dem Weg nach Portugal abfing, wo die ETA ein Bombenlager hatte. Damals stellte die Polizei rund 1,3 Tonnen Sprengstoff sicher, wobei die Beamten erst jetzt erfuhren, wozu diese große Menge Sprengstoff gebraucht werden sollte. Das Bekanntwerden der Anschlagspläne nutzte der sozialistische Lehendakari dazu, erneut eine „definitives Ende“ der ETA zu fordern und diejenigen zu bekämpfen, die meinen, Gewalt wäre die Lösung zur Erreichung der baskischen Unabhängigkeit. Erst im Jänner hat die ETA eine „dauerhafte Waffenruhe“ ausgerufen.Die spanische Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero (PSOE) lehnt jedoch jeglichen Dialog mit der Terrorbande ab und fordert deren Selbstauflösung. Die ETA scheint diese Waffenruhe mit Blick auf die spanischen Kommunalwahlen im Mai ausgerufen zu haben, damit ihr neues politisches Sprachrohr Sortu als Nachfolgepartei der seit 2003 verbotenen Batasuna-Partei an den Wahlen teilnehmen kann.