"Kroatien nähert sich der Ziellinie nach vier Jahren Beitrittsverhandlungen", betonte Rehn. Allerdings seien weitere Reformen des Justizsystems und Erfolge im Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen notwendig.Auch der Türkei attestiert die EU-Kommission Fortschritte, etwa bei der Normalisierung ihrer Beziehungen zu Armenien. Allerdings listet der Bericht auch anhaltende Defizite der Türkei im Grundrechtsbereich und im Verhältnis zu Zypern auf. So heißt es etwa: „Die vollständige Achtung und der Schutz von Sprache, Kultur und Grundrechten im Einklang mit europäischen Standards ist noch nicht voll erfüllt.“ Anschuldigungen betreffend Folter und Misshandlung and die Straffreiheit der Täter „geben weiter Anlass zur Sorge“.EU-Kommission empfiehlt Beitrittsverhandlungen mit MazedonienDie EU-Kommission hat zudem heute die Aufnahme konkreter EU-Beitrittsgespräche mit Mazedonien empfohlen. Rehn attestierte Mazedonien überzeugende Fortschritte.Mazedonien hat zwar seit 2005 offiziellen EU-Kandidatenstatus, aber bisher noch nicht mit der EU über den Beitritt verhandelt. Über die Empfehlung der EU-Kommission entscheiden die 27 EU-Staaten. Als Hindernis für Skopje gilt weiter der ungelöste Namensstreit mit Griechenland. Athen sieht im Namen „Republik Mazedonien“ einen Gebietsanspruch auf seine gleichnamige Provinz. In die UNO wurde das Land unter dem vorläufigen Namen „Frühere Jugoslawische Republika Mazedonien“ (FYROM)Seit der Gründung 1956 ist das europäische Staatenbündnis von sechs auf 27 Mitglieder gewachsen. Alle Länder Europas haben eine theoretische Beitrittsperspektive, müssen dazu aber politische und wirtschaftliche Kriterien erfüllen („Kopenhagener Kriterien“). Die EU-Kommission berichtet jährlich über den Stand in den jeweiligen Ländern.dpa/apa