Die Montag tagende Eurogruppe wird sich mit der wirtschaftlichen Lage vor allem der Krisenländer Griechenland, Spanien und Zypern befassen. Österreich ist durch Finanzministerin Maria Fekter (V) vertreten.Zur Sprache kommen dürften auch die jüngsten Ergebnisse des EU-Banken-Stresstests und die Rolle der EZB beim Kauf von Staatsanleihen.Die EZB hatte Anfang September beschlossen, notfalls unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu kaufen, um so die Zinslast für angeschlagene Schwergewichte wie Spanien und Italien zu drücken.Die Staaten müssen jedoch erst einen Hilfsantrag beim Rettungsfonds EFSF/ESM stellen. Damit wären Hilfen an politische Auflagen gebunden.Ebenfalls zur Sprache wird beim Finanzministerrat die Finanztransaktionssteuer kommen. Darüber hinaus sollen sowohl Eurogruppe als auch EU-Finanzminister über eine Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion inklusive einer Bankenunion und einer größeren Vergemeinschaftung beraten.Der ESM soll am Montag bei der ersten Sitzung von Gouverneursrat und Direktorium in Kraft treten und seinen provisorischen Vorgänger EFSF ablösen.Die Euroländer geben für den ESM Garantien über 620 Milliarden Euro ab und zahlen insgesamt 80 Milliarden Euro in bar ein.Der Kapitalstock soll das Vertrauen von Investoren und Ratingagenturen sichern. Von den 700 Milliarden Euro kann der ESM wegen nötiger Sicherheitsrücklagen angeschlagenen Staaten der Währungszone mit 500 Mrd unter die Arme greifen. Österreichs Anteil wird bei 19,5 Mrd. liegen, davon 2,2 Mrd. als eingezahltes Geld und 17,3 Milliarden als Rufkapital.Zuletzt war wieder einmal eine Art Hebel diskutiert worden, um die Schlagkraft des ESM auf zwei Billionen Euro zu vervierfachen.Allerdings scheint dies eher ein Wunschdenken zu sein, da die Hebelmöglichkeit – die Beteiligung privater Gläubiger bei der Vergabe von Rettungsgeldern – bereits unter dem EFSF nicht in Anspruch genommen wurde und damit die erhoffte Wirkung verpuffte.