„Bei der Dissertation von Herrn Dr. Hahn handelt es sich nicht um ein Plagiat. Entsprechend liegt auch kein wissenschaftliches Fehlverhalten vor“, heißt es in der Stellungnahme, die die Universität Wien am Freitag veröffentlicht hat. Das Plagiatsprüfungsverfahren wurde daher eingestellt.Das Zitieren von Texten anderer Autoren in Hahns Dissertation „Die Perspektiven der Philosophie heute – Dargestellt am Phänomen Stadt“ aus dem Jahr 1987 würde zwar nach heutigen allgemein anerkannten Standards „nicht den Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis“ entsprechen, heißt es wörtlich in der Stellungnahme der OeAWI, die u.a. auf den Gutachten dreier ausländischer Philosophieprofessoren basiert. Nach 25 Jahren sei aber nicht mehr zu verifizieren, ob die Arbeit damals an der Uni Wien geltenden Standards entsprochen habe.„Heute würde eine solche Dissertation nicht mehr angenommen“, betonte allerdings der Rektor der Uni Wien, Heinz Engl. „Die Standards waren damals offenbar lockerer als jetzt.“ Die Aufgabe der OeAWI sei aber nicht gewesen, festzustellen, ob Hahns Arbeit „eine gute, mittelmäßige oder nicht so gute Dissertation war“, sondern ob die Zuerkennung des Doktortitels auf Täuschung beruht habe, so Engl.Hahn gab sich überzeugt, dass „mit der eindeutigen Feststellung, dass es sich bei meiner Arbeit um kein Plagiat handelt und dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten meinerseits vorliegt, dieses Kapitel nun endgültig abgeschlossen ist“.Kritik von "Plagiatsjäger" WeberKritik kam indes vom Salzburger Medientheoretiker Stefan Weber, der in beiden Fällen maßgeblich dafür mitverantwortlich war, dass die Uni Wien Hahns Doktorarbeit überprüfen ließ und selbst in einem Gutachten zum Schluss kam, dass ein Fünftel der Arbeit Hahns abgeschrieben sei. Er nannte es „wissenschaftlich skandalös“, dass die OeAWI-Stellungnahme zu Hahns Entlastung nur „15 magere Zeilen“ umfasse, die Gutachten der drei externen Experten aber nicht veröffentlicht würden. „Das ist eine Form der Wissenschaftskommunikation, die intransparent ist.“Aus Sicht des Grünen-Abgeordneten Peter Pilz, der Weber im Frühjahr mit einer umfassenden Untersuchung von Hahns Arbeit beauftragt hatte, hat die Uni Wien eine „ernsthafte Prüfung verweigert“ und „sich damit unnötig blamiert“. ÖVP-Generalsekretär Johannes Rauch sah dagegen eine Niederlage „für den grünen Pseudo-Aufdecker Pilz“, dessen Glaubwürdigkeit nun „endgültig dahin“ sei.Die Uni Wien hatte das Gutachten zu Hahns Abschlussarbeit bei der OeAWI in Auftrag gegeben, nachdem der EU-Kommissar im Zuge der Plagiatsaffäre um den deutschen Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg erneut beschuldigt worden war, in seiner Doktorarbeit plagiiert zu haben. Bereits 2007 hatte die Uni Wien Teile von Hahns Arbeit durch einen Experten der Uni Zürich prüfen lassen. Schon damals kam der Gutachter zu dem Schluss, dass Hahns Zitierweise zwar „leserunfreundlich“, aber „redlich“ gewesen sei. apa