Mittwoch, 26. Februar 2020

EU-Kommissar Hahn in Bozen: „Südtirol ist Pilotregion“

Nachhaltige Mobilität und die künftige Entwicklung der EU-Fonds waren die Hauptthemen des Treffens von EU-Kommissar Johannes Hahn mit Landeshauptmann Arno Kompatscher am Mittwoch.

Landeshauptmann Arno Kompatscher und EU-Kommissar Johannes Hahn trafen sich am Mittwoch zum Gespräch.
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Landeshauptmann Arno Kompatscher und EU-Kommissar Johannes Hahn trafen sich am Mittwoch zum Gespräch. - Foto: © LPA/Peter Daldos
Der Wiener Johannes Hahn ist seit 2010 Mitglied der Europäischen Kommission, in der aktuellen EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen ist Hahn zuständig für Haushalt und Verwaltung. Hahn nutzte seinen privaten Aufenthalt in Südtirol für ein ausführliches Gespräch mit Landeshauptmann Arno Kompatscher am Sitz der Landesregierung.

Hahn und Kompatscher loteten dabei wichtige Möglichkeiten aus, die das Budget der Europäischen Union dem Land Südtirol bietet. Vom Trans-European Transport Network TEN-T über die Innovation und den ländlichen Raum bis hin zum Wasserstoff: Es gebe eine Menge Bereiche, in denen die EU Südtirol tatkräftig unterstützen könne, erklärte Landeshauptmann Kompatscher im Anschluss an das Treffen.

Durch Strukturfonds ländliche Entwicklung weiter fördern

Kompatscher lobte die bisherige hervorragende Zusammenarbeit mit den europäischen Institutionen und äußerte den Wunsch, dass auch bei der künftigen Ausgestaltung der Strukturfonds der ländliche Raum weiter berücksichtigt werde: „Die ländliche Entwicklung, besonders jene der Berglandwirtschaft, braucht weiterhin die Unterstützung durch Europa“, betonte Kompatscher im Anschluss an das Gespräch.



EU-Kommissar Hahn seinerseits berichtete über die aktuellen Diskussionen um den neuen mehrjährigen Finanzrahmen und schrieb Südtirol dabei eine beispielhafte Verwendung der Mittel zu. Gegenüber Landeshauptmann Kompatscher bekräftigte Kommissar Hahn einmal mehr, dass die EU in erster Linie auf die Förderungen der Regionen setze, damit diese sich gut entwickeln könnten. Hahn zeigte sich zuversichtlich, dass Italien und damit Südtirol künftig gleich viel oder auch mehr Strukturmittel als bisher vonseiten der Europäischen Union zur Verfügung gestellt werden, um das Wohlfahrtsniveau weiter zu steigern.

Nachhaltige Mobilität im Sinne des europäischen „green deals“

Das zweite Schwerpunktthema des Gesprächs zwischen Kompatscher und Hahn war die Mobilität und deren nachhaltige Weiterentwicklung. „Wir müssen vom Reden ins Tun kommen“, fasste Landeshauptmann Kompatscher die anstehenden Herausforderungen zusammen. Es gehe darum gemeinsam Strategien zu entwickeln, welche die Bedürfnisse des Verkehrs mit den gerechtfertigten Forderungen nach mehr Umweltschutz und Lebensqualität der Anrainer verbinde. Auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Mobilität setze Südtirol unter anderem auf den Ausbau der Wasserstofftechnologie.



Davon konnte sich EU-Kommissar Hahn bereits vorab bei einer Rundfahrt mit einem der wasserstoffbetriebenen E-Autos des Landes selbst ein Bild machen. Das Auto, das im Rahmen des EU-Projektes LIFEalps übergeben worden war, erweitert seit Anfang Februar die Fahrzeugflotte der Landesregierung. „Südtirol ist im Bereich des Wasserstoffs unter den 275 Regionen der Europäischen Region eine Pilotregion“, zeigte sich Hahn überzeugt, der Landeshauptmann Kompatscher im eingeschlagenen Weg im Sinne des „green deals“ der neuen Europäischen Kommission bestärkte.

lpa