Dienstag, 19. Mai 2020

EU-Kommission will verpflichtendes Nährwertlogo für Lebensmittel

Um Verbrauchern die Wahl im Supermarkt zu erleichtern, will die EU-Kommission ein verpflichtend Nährwertlogo für Lebensmittel vorschlagen. Man wolle die Menschen dazu befähigen, eine gesunde und nachhaltige Wahl zu treffen, heißt es im Entwurf einer Strategie für nachhaltige Lebensmittel, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Das Nähwertlogo soll eine gesunde und nachhaltige Wahl für Verbraucher ermöglichen.
Das Nähwertlogo soll eine gesunde und nachhaltige Wahl für Verbraucher ermöglichen. - Foto: © shutterstock
Die Brüsseler Behörde will das Papier am Mittwoch vorstellen.
Deutschland führt ein solches Nährwertlogo bereits ein – allerdings auf freiwilliger Basis der Hersteller. Die neuen Regeln sollen noch in diesem Jahr in Kraft treten. Es geht um eine freiwillige Verwendung des Logos auf der Vorderseite von Fertigprodukten.

Das System orientiert sich an dem aus Frankreich stammenden Nutri-Score. Dieser bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe und Proteine in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen Wert auf einer fünfstufigen Skala an.

In dem Entwurf des Kommissionspapiers bleiben viele Details offen. Deutlich wird, dass es um ein verpflichtendes, einheitliches Logo auf der Vorderseite von Lebensmitteln gehen soll. Zudem soll die verpflichtende Angabe über die Herkunft von Produkten auf Milch ausgeweitet werden sowie auf Lebensmittel, die Milch und Fleisch enthalten. So sollen Verbraucher lokal Produziertes besser erkennen können und kurze Lieferketten fördern.

Das Nährwertlogo ist Teil der deutlich umfangreicheren „Vom Hof auf den Teller“-Strategie, die die gesamte Wertschöpfungskette von Lebensmitteln in den Blick nimmt. Es geht etwa um den Einsatz von Pestiziden, Antibiotika und Düngemitteln sowie um Tierschutz und Fischerei. Auch sollen die Menge weggeworfener Lebensmittel und das Aufkommen an Verpackungsmüll reduziert werden. Allerdings legt die EU-Kommission am Mittwoch noch keine Gesetzesvorschläge vor, sondern skizziert nur ihre Pläne.

dpa

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