Dass es offizielle Unterstützung für die Beerdigung gegeben habe und einige hochrangige serbische Beamte bei der Beerdigung anwesend gewesen seien, sei „zutiefst bedauerlich“, fügte von der Leyen hinzu. Dies widerspreche den Werten, die für Serbiens Weg in die EU nötig seien.<BR /><BR />Hintergrund ist, dass Serbien EU-Beitrittskandidat ist. Die Verhandlungen stocken jedoch seit Jahren, weil der nationalistischen Regierung in Belgrad immer wieder Verstöße gegen Grundwerte der EU vorgeworfen werden. Zudem pflegt sie enge engere Beziehungen zu Russland und China, was in Brüssel und Berlin Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Beitrittsbemühungen aufgeworfen hat.<BR /><BR />Die Feierlichkeiten riefen in der österreichischen Politik ebenfalls Empörung hervor. „Das ist eine Verhöhnung des Andenkens an die Opfer von Srebrenica und ein Rückschritt für die Aufarbeitung und Versöhnung am Westbalkan“, schrieb Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) am Dienstag auf X. Die Glorifizierung von Kriegsverbrechern ist das Gegenteil von dem, was uns in Europa ausmacht.„ Auch die Grünen protestierten: “Diese staatliche Ehrung eines Kriegsverbrechers verhöhnt seine Opfer und ihre Angehörigen„, schrieb Meri Disoski, außen- und europapolitische Sprecherin der Grünen, in einer Aussendung. “Damit stellt sich die serbische Regierung klar gegen die europäischen Grundwerte, zu denen sich selbstverständlich auch die EU-Beitrittskandidaten bekennen müssen. Das kann im Beitrittsprozess nicht ohne Konsequenzen bleiben.„<BR /><BR />Mladić war Ende August im Alter von 80 Jahren in der Haft gestorben. Der bosnisch-serbische General war vom Internationalen Strafgerichtshof der Vereinten Nationen für das ehemalige Jugoslawien wegen Völkermordes für seine Rolle beim Massaker von Srebrenica 1995 für schuldig befunden worden. Dort waren etwa 8.000 muslimische Männer und Burschen getötet worden, nachdem bosnisch-serbische Truppen die von der UNO als Schutzzone ausgewiesene Siedlung eingenommen hatten. Er wurde zudem wegen der jahrelangen Belagerung von Sarajevo verurteilt, bei der etwa 10.000 Menschen getötet wurden. “Unsere Gedanken sind bei allen Opfern der Verbrechen, die in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens begangen wurden„, schrieb von der Leyen.<BR /><BR />Mladićs Sarg wurde am Montag auf einem Friedhof bei Belgrad beigesetzt. Tausende Serben, darunter bewaffnete Soldaten in Tarnuniform und Priester der serbisch-orthodoxen Kirche, nahmen daran teil. Es war eine der größten öffentlichen Trauerfeiern in Serbien seit dem Fall des Kommunismus im Jahr 1990 und dem folgenden Zerfall Jugoslawiens.