Freitag, 25. März 2022

EU-Länder wollen Gas gemeinsam einkaufen

Nach 9-stündigem Ringen um Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise haben sich die EU-Länder darauf geeinigt, gemeinsam Gas einzukaufen. „Ich begrüße, dass wir unsere gemeinsame Verhandlungskraft nutzen werden“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem Gipfel am Freitagabend. „Anstatt uns gegenseitig zu überbieten und die Preise in die Höhe zu treiben, werden wir unsere Nachfrage bündeln.“

Von der Leyen will "enorme Kaufkraft" der EU im Gasbereich nützen. - Foto: © APA/AFP / JOHN THYS

Bei Pipeline-Gas repräsentiere die EU etwa 75 Prozent des Marktes, sagte von der Leyen. „Wir haben eine enorme Kaufkraft.“ Der deutsche Kanzler Olaf Scholz sagte, dass die Energieabhängigkeit von Russland schneller zu Ende gehen als erwartet. „Es wird sehr viel schneller gehen als mancher sich wünschen kann.“ Eine Jahreszahl nannte er nicht. Zugleich erteilte er der Forderung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Gasrechnungen künftig in Rubel zu bezahlen, eine Absage. Man habe die Verträge geprüft und festgestellt, dass die Bezahlung in Euro oder Dollar erfolge, sagte er.

Die Staats- und Regierungschefs hatten zuvor mehrere Stunden lang über Maßnahmen gegen hohe Energiepreise diskutiert. Umstritten war dabei, inwieweit in den freien Markt eingegriffen werden soll. Vor allem Spanien hatte für umfangreichere Maßnahmen plädiert. So wollte Madrid etwa den Strompreis vom Gaspreis lösen, denn beide sind in der EU durch einen Preismechanismus gekoppelt. Auch über einen Preisdeckel wurde debattiert, der neben Spanien unter anderem von Griechenland, Italien und Portugal befürwortet wird. Länder wie Deutschland und die Niederlande lehnen einen solchen Markteingriff ab.

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apa

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