Bereits vereinbarte Ölkäufe können noch bis zum 15. November abgewickelt werden. Das Embargo war am Freitag beschlossen worden und trat mit der Veröffentlichung offiziell in Kraft. Mit dem Einfuhrverbot protestiert die EU gegen die Unterdrückung der Opposition durch den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.Zugleich wurde auch das Kooperationsabkommen zwischen Syrien und der EU teilweise ausgesetzt. Dabei geht es um Regelungen für die Ölexporte Syriens. Vier führende Wirtschaftsfunktionäre bekamen Einreiseverbot für die EU. Auch wurden drei Unternehmen, darunter eine Bank, auf eine Liste von Firmen gesetzt, mit denen EU-Unternehmen keine Geschäfte mehr betreiben dürfen.Russland hat die neueste Sanktionsrunde der Europäischen Union gegen Syrien verurteilt. „Wir sind gegen einseitige Sanktionen“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Samstag in Duschanbe. Ein solches Vorgehen führe zu nichts Gutem und zerstörte ein partnerschaftliches Herangehen an eine Krise.Russlands Reaktion unterstreicht, wie gespalten die internationale Gemeinschaft mit der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste gegen die Assad-Regierung umgeht. Auch China blockiert im UN-Sicherheitsrat eine Resolution der Europäer und Amerikaner, die zu weltweitem Druck auf Syrien führen würde. Die EU-Außenminister diskutierten bei ihrem Treffen im polnischen Sopot über das weitere Vorgehen gegen Assad. Als weitere Strafmaßnahme ist ein generelles Investitionsverbot im Gespräch, wie es die USA bereits verhängten.Die EU reagiert mit Wirtschaftssanktionen allerdings schwerfälliger als die USA, da manche Mitgliedstaaten sehr genau auf die Interessen ihrer Unternehmen achten, wie die jüngste Entscheidung zeigte. Italien sorgte dafür, dass das Ölembargo für Altverträge erst ab dem 15. November in Kraft tritt. Außenminister Franco Frattini sagte in Sopot, dies sei eine rein technische Frage. Da 30 Prozent aller Ölimporte aus Syrien nach Italien gingen, brauche sein Land einige Wochen Zeit, um das Einfuhrverbot umzusetzen. Neben dem italienischen Energiekonzern Eni unterhalten auch dessen englisch-niederländischer Konkurrent Royal Dutch Shell und die französische Total enge Geschäftsbeziehungen zu Syrien.Syrien geht trotz der immer schärferen Sanktionen seit Ausbruch der Proteste gegen die Assad-Regierung Mitte März mit unverminderter Gewalt gegen Demonstranten vor. Nach Angaben der Vereinten Nationen gab es bei den Auseinandersetzungen schon über 2200 Todesopfer. apa/dpa/reuters