Samstag, 06. März 2021

EU-Parlamentspräsident Sassoli unterstützt Albaniens EU-Beitritt

EU-Parlamentspräsident David Sassoli unterstützt Albaniens Beitritt zur Europäischen Union.

EU-Parlamentspräsident David Sassoli unterstützt Albaniens Beitritt zur Europäischen Union.
EU-Parlamentspräsident David Sassoli unterstützt Albaniens Beitritt zur Europäischen Union. - Foto: © APA/afp / FRANCOIS WALSCHAERTS
„Die Erweiterung wird den Bürgern und Staaten Vorteile bringen“, sagte er in einer Videobotschaft anlässlich einer Zeremonie zum 30. Jahrestag der Massenflucht von Albanern über die Adria nach Italien am Freitagabend in Bari. „Nur gemeinsam werden wir stärker, wir müssen unsere Verbindungen stärken“, fügte Sassoli hinzu.

Solidarität sei wichtig, um auf Krisen zu reagieren

„Wir leben in schwierigen Zeiten. Wir stehen vor enormen Herausforderungen. Wir haben in diesen Monaten begriffen, wie stark wir voneinander abhängig sind und wie notwendig Solidarität ist, um auf Krisen zu reagieren“, sagte der Präsident des Europäischen Parlaments. Er lobte die Solidarität Albaniens, das Italien in der ersten Phase der Corona-Pandemie konkret mit der Entsendung von Gesundheitspersonal unterstützt hatte.

Auch der italienische Außenminister Luigi Di Maio sprach sich für einen raschen Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen mit Albanien aus. „Albanien ist Teil Europas, Albanien ist Europa. Für Italien ist Albanien nur das andere Ufer desselben Meeres“, sagte Di Maio bei einem Treffen mit dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama am Freitagabend in Bari.

Anfang 2020 auf Beitrittsverhandlungen verständigt

Die EU-Staaten hatten sich Anfang 2020 nach langer Verzögerung auf Beitrittsverhandlungen mit den beiden Westbalkan-Staaten Albanien und Nordmazedonien verständigt. Es fehlt aber noch ein Rahmenabkommen für den konkreten Beginn und Ablauf der Gespräche.

Als im März 1991 die kommunistische Albanische Arbeiterpartei bei den Wahlen zum Sieger erklärt wurde, verloren viele Albaner die Hoffnung auf politische Reformen und eine verbesserte Versorgungslage. Zwischen 25.000 und 32.000 Albaner – die Angaben über die Anzahl schwanken – flohen über die Adria und gelangten nach Apulien.

Am 8. August 1991 lief der schrottreife Frachter „Vlora“ in den Hafen von Bari ein. An Bord drängten sich rund 10.000 albanische Flüchtlinge. Die Bilder der Flüchtlinge schockten die Welt. Albaner machen nach Rumänen heute mit 8,4 Prozent die zweitstärkste ausländische Gemeinschaft in Italien aus.

apa