Mittwoch, 21. Oktober 2020

EU-Ratspräsident sieht London am Zug

EU-Ratspräsident Charles Michel sieht im Ringen um ein Brexit-Abkommen die britische Regierung am Zug. „Das Vereinigte Königreich hat jetzt eine wichtige Wahl zu treffen, was seine Zukunft betrifft“, sagte Michel am Mittwoch im Europäischen Parlament.

EU-Verhandlungsführer Michel Barnier sagte, die EU wolle einen Abschluss, aber nicht zu jedem Preis.
EU-Verhandlungsführer Michel Barnier sagte, die EU wolle einen Abschluss, aber nicht zu jedem Preis. - Foto: © APA/afp / OLIVIER HOSLET
„Es geht nicht darum, eine Verhandlungstaktik zu wählen“, sagte Michel. „Es geht darum, ein Modell für die Zukunft ihrer Gesellschaft zu wählen.“
Die Zeit laufe ab, und die EU sei bereit, Tag und Nacht zu verhandeln.

„Abschluss nicht zu jedem Preis“

Es liege aber in der Hand der britischen Regierung zu entscheiden, welchen Zugang sie künftig zum EU-Binnenmarkt haben wolle.
EU-Verhandlungsführer Michel Barnier sagte, die EU wolle einen Abschluss, aber nicht zu jedem Preis. Er sei bereit, bis zum letzten Tag zu verhandeln.

Großbritannien hatte die EU Ende Jänner formell verlassen. Bis Jahresende gilt allerdings noch eine Übergangsregelung, in der die bisherigen Regelungen beibehalten werden. Gelingt bis dahin keine Einigung, droht doch noch ein harter Brexit.

In den vergangenen Tagen hat die britische Regierung allerdings mehrfach betont, dass sich die EU bewegen müsse. Premierminister Boris Johnson hatte erst am Dienstag mitteilen lassen, dass die Gespräche für ihn derzeit de facto auf Eis lägen.

apa/reuters