Freitag, 14. Februar 2020

EU-Ratspräsident schlägt Plastiksteuer für EU-Haushalt vor

Eine Steuer auf Plastikverpackungen soll den künftigen EU-Haushalt mitfinanzieren. Das sieht der neue Vorschlag von EU-Ratspräsident Charles Michel für die neue Finanzperiode 2021 bis 2027 vor. Das 53 Seiten lange Papier enthält ganz am Ende einen Passus zu neuen Eigenmitteln der EU. Dort heißt es, dass pro Kilogramm unrecyceltem Verpackungskunststoff 80 Cent fällig sein sollen.

Pro Kilo unrecyceltem Verpackungskunststoff sollen 80 Cent fällig sein.
Pro Kilo unrecyceltem Verpackungskunststoff sollen 80 Cent fällig sein. - Foto: © HERBERT NEUBAUER
Mit der Plastiksteuer und möglichen Überschüssen aus dem europäischen Emissionshandel sollen für die 7-jährige Periode 14 bis 15 Milliarden Euro zusammenkommen, hieß es aus dem Rat in Brüssel. Insgesamt sieht Michels Vorschlag ein EU-Budget von 1,0948 Billionen Euro für den Zeitraum 2021 bis 2027 vor.

Die EU-Staaten sollen dafür nach Vorstellungen des EU-Ratspräsidenten 1,074 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die Brüsseler Kasse zahlen. Dieser Prozentsatz ist nach Rats-Angaben weniger, als sie seit dem Austritt Großbritanniens in der laufenden Periode ausgeben müssen (1,16 Prozent), aber mehr, als es vor dem Brexit war (1,03 Prozent).

Deutlich weniger Geld sieht Michels Vorschlag für die gemeinsame Agrarpolitik vor, die von 382,5 Milliarden Euro (ohne Großbritannien) auf 329,3 Milliarden schrumpfen würde. Für die Kohäsionspolitik sind 323,2 statt bisher 367,7 Milliarden Euro (ohne Großbritannien) vorgesehen. Bei der Kohäsionspolitik geht es unter anderem darum, die Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen und den Rückstand der am stärksten benachteiligten Gebiete zu verringern. Auf 21,9 Milliarden Euro mehr als verdoppeln sollen sich hingegen die Mittel für Migration und Grenzschutz.

Die Botschafter der 27 Mitgliedstaaten sollten am Freitagnachmittag über den neuen Verhandlungsvorschlag beraten. Das Papier ist die Grundlage für die Haushaltsverhandlungen der europäischen Staats- und Regierungschefs bei ihrem Sondergipfel, der am Donnerstag beginnt.

apa