Samstag, 19. Oktober 2019

Abgeordnete nach Sondersitzung von Polizei eskortiert

Nach ihrer Brexit-Sondersitzung mussten einige Mitglieder des Parlaments wegen wütender Demonstranten von der Polizei eskortiert werden. Gegner des EU-Austritts riefen Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom am Samstag wütend zu: „Schäm' dich!“

Am Sonntagvormittag wollen die EU-Staaten beraten, wie es weiter geht.
Am Sonntagvormittag wollen die EU-Staaten beraten, wie es weiter geht. - Foto: © AP / Matt Dunham

Leadsom setzte sich im Kurznachrichtendienst Twitter zur Wehr: „Warum denken die sogenannten “People's Vote„-Demonstranten, dass es in Ordnung ist, jemanden, mit dem sie nicht übereinstimmen, zu beschimpfen, einzuschüchtern und ins Gesicht zu schreien?“

Auch der Staatsminister und No-Deal-Brexit-Beauftragte Michael Gove sowie der Vorsitzende des Unterhauses, der erzkonservative Jacob Rees-Mogg, wurden dem Sender BBC zufolge von Scotland Yard beschützt. Brexit-Anhänger beschimpften hingegen außerhalb des Parlaments Diane Abbott von der oppositionellen Labour-Partei.

EU-Staaten beraten am Sonntag


Nach der Verschiebung des britischen Votums über den neuen Brexit-Vertrag wollen die 27 verbleibenden EU-Staaten an diesem Sonntag ab 09.30 Uhr beraten, wie es weiter geht.

Ein EU-Diplomat sagte am Samstagabend in Brüssel, man brauche nun Klarheit über die nächsten Schritte der britischen Regierung. Sollte eine Verschiebung des Brexit-Termins 31. Oktober beantragt werden, werde die EU diesen konstruktiv prüfen.

Am Nachmittag hatte das britische Unterhaus – wie berichtet - mehrheitlich dafür gestimmt, das entscheidende Votum über das mit der EU vereinbarte neue Brexit-Abkommen zu vertagen. Premierminister Boris Johnson ist nun eigentlich gesetzlich gehalten, eine Verlängerung der Austrittsfrist bei der EU zu beantragen. Johnson sagte aber, er werde sich weiter für einen pünktlichen Austritt am 31. Oktober einsetzen.

dpa