Die EU-Außenminister beschlossen am Montag, alle Öleinfuhren des Landes in die Europäische Union ab 1. Juli zu verbieten. Aus Teheran kam postwendend die Erneuerung der Drohung, die Straße von Hormuz zu blockieren. Der US-Flugzeugträger „Abraham Lincoln“ passierte die Meerenge währenddessen unbehindert in Richtung Persischer Golf.Das Verbot für neue Verträge wird umgehend mit Veröffentlichung im EU-Amtsblatt wirksam. Ein EU-Verbot gilt auch für Exportgarantien, Joint-Ventures und Kreditvergaben im Erdöl- und Petrochemie-Bereich. Griechenland, das besonders günstige Öl-Lieferverträge mit dem Iran hat, setzte eine Überprüfungsklausel des Sanktionenregimes zum 1. Mai dieses Jahres durch. Das bedeutet, dass die EU-Außenminister im April erneut über die Sanktionen entscheiden müssen. Die EU-Außenminister beschlossen laut Diplomaten auch teilweise Sanktionen gegen die iranische Zentralbank und gegen die iranische Kommerzbank Tejarat. Das Vermögen dieser Banken wird eingefroren, kann aber von den Notenbanken der EU-Staaten für legitimierte Geschäfte – das heißt zwischen Unternehmen, die nicht sanktioniert sind – freigegeben werden.Der britische Außenminister William Hague sprach von „noch nie dagewesenen Sanktionen“ gegen den Iran. Das bisher härteste Sanktionspaket der EU gegen Teheran sei eine Reaktion auf die „anhaltenden Verstöße des Iran gegen die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats und seine Weigerung, sinnvolle Verhandlungen über das Atomprogramm aufzunehmen“. Für die Anreicherung von Uran gebe es keine plausible zivile Erklärung.apa/reuters/dpa/afp