Wer sich erwartet hätte, dass der FI-Chef bei seinem Besuch in Bozen die ersehnte Listenverbindung mit der SVP im Gepäck hat bzw. diese offiziell verkündet, wurde enttäuscht. Nicht einmal ein Treffen mit Obmann Philipp Achammer oder EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann fand statt. „Das war aber schon so vereinbart, dass der Minister rein in seiner Parteifunktion in Bozen ist“, beruhigt Achammer. Tajani habe schließlich auf den Wahlerfolg seiner eigenen Partei zu schauen, gibt auch Dorfmann zu bedenken. <BR /><BR /><BR /><BR />Laut Achammer sei man in Sachen Listenverbindung aber erst am vergangenen Freitag wieder mit Tajani in Kontakt gestanden. Und er sei zuversichtlich, dass „es noch diese Woche mit einer Zusage klappt“, so Achammer. „Bislang haben wir uns noch immer auf das Wort von Antonio Tajani verlassen können. Und das wird auch diesmal so sein“, gibt sich der SVP-Obmann zuversichtlich. Tajani selbst hat nun in einem Interview mit der Tageszeitung „Corriere della Sera“ wissen lassen, dass die Verbindung mit der SVP „nahe ist“.<h3> Gesamtprojekt für die EVP</h3>Ziel sei es, ein Gesamtprojekt für die Europäische Volkspartei EVP zu erstellen, sagt Tajani am Samstag in Bozen auf die Listenverbindung mit der Volkspartei angesprochen. Parteiintern gebe es jedenfalls keine Verstimmungen wegen der angepeilten Listenverbindung, sagte der FI-Chef und widerlegte damit indirekt Matteo Gazzini, FI-Koordinator in Südtirol. Dieser hatte vergangenen Woche angemerkt, dass bei einer Listenverbindung zwischen seiner Partei und der SVP nur letztere profitiere. <h3> 2 Sitze angepeilt</h3>Tajani zeigte sich am Samstag davon überzeugt, dass Forza Italia bei den Europawahlen Anfang Juni im Wahlkreis Nord-Ost 2 Sitze erobern wird. Und dabei dürften auch die SVP-Stimmen hilfreich sein.<BR />Antreten werden die Kandidaten allerdings auf den Listen ihrer jeweiligen Partei. Während sich die SVP bereits für ihren derzeitigen Europaparlamentarier Herbert Dorfmann als Spitzenkandidat ausgesprochen hat, ist das Rennen um die Listenspitze im Wahlkreis Nord-Ost bei Forza Italia noch offen. Fix ist seit Samstag aber, dass der Name des Leiferer EU-Parlamentariers Matteo Gazzini im Spitzenfeld zu finden sein wird. Für ganz an die Spitze dürfte es aber wohl nicht reichen.<h3> 50.000 Stimmen für fixes Ticket</h3>Fest steht: Sollte es mit der Listenverbindung mit Forza Italia definitiv klappen, „gilt für uns, wie bereits beim letzten Mal, die Marke von 50.000 Vorzugsstimmen“, so Achammer. Wird diese erreicht, gilt Dorfmann als fix gewählt – sofern die Partei, mit der man die Verbindung eingeht, ein zweites EU-Mandat erringt. Fest steht aber ebenfalls, dass die Zeit langsam aber sicher drängt, müssen doch am 22. April die Listen hinterlegt werden. Und bis dahin muss die Listenverbindung stehen. <BR /><BR /><BR /><BR />Fix mit dabei sind seit Samstag die Bürgerlisten des Veneto. Einzig mit der Liste „Noi Moderati“ hakt es noch. Sobald man auch mit dieser einig ist, dürfte Tajani dann wohl das Gesamtprojekt vorstellen, inklusive Listenverbindung mit der SVP, ist Dorfmann überzeugt. „Das ist politisch die vernünftigste und logischste Lösung“, ist er überzeugt. Alternativen auf dem Weg nach Brüssel gibt es für die SVP jedenfalls keine.