Montag, 27. Mai 2019

EU-Wahl: So hat Südtirol gewählt

Die SVP bleibt mit 46,54 Prozent der Stimmen mit Abstand stärkste Kraft in Südtirol. Die Lega folgt auf Platz 2 mit 17,47 Prozent. +Europa kommt mit der lokalen Kandidatin Renate Holzeisen vom Team Köllensperger auf den guten dritten Platz (11,18 Prozent). Vierte Kraft im Land sind die Grünen (8,68 Prozent). Der Pd kommt nicht über den fünften Rang hinaus (6,47 Prozent), gefolgt von M5s (3,77 Prozent), Forza Italia (1,73 Prozent) und Fdi (1,63 Prozent). Alle anderen Partei liegen unter einem Prozent. Ins Europaparlament zieht Herbert Dorfmann (SVP) ein. Die übrigen Südtiroler Kandidaten scheiterten an der 4-Prozent-Hürde auf nationaler Ebene.

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Foto: © shutterstock

Wahlbeteiligung

253.347 Menschen haben am Sonntag bei den Europawahlen ihre Stimme abgegeben, das entspricht 62,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung in Südtirol war damit höher als im Jahr 2014. 

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Die Südtiroler Volkspartei bleibt stärkste Kraft

Die SVP konnte mit knapp 47 Prozent und 141.000 Listenstimmen ein besseres Ergebnis einfahren als bei der letzten EU-Wahl. STOL hat mit Landeshauptmann Arno Kompatscher über das Wahlergebnis gesprochen.

Die SVP hat sich bei der EU-Wahl mit Herbert Dorfmann auch in den kommenden fünf Jahren einen Abgeordneten im Europaparlament gesichert. Dorfmann erhielt 98.000 Vorzugsstimmen, 2014 erreichte er 92.000 Stimmen. Dorfmann musste – aufgrund eines Bündnisses mit der Partei Forza Italia – 50.000 Vorzugsstimmen holen, um den Sprung nach Brüssel zu schaffen. Alle übrigen Südtiroler Kandidaten scheiterten an der 4-Prozent-Hürde auf nationaler Ebene. 

„Ergebnis ist sehr schön“

Herbert Dorfmann zeigt sich im STOL-Interview sowohl mit seinem persönlichen Ergebnis, als auch mit jenem seiner Partei SVP sehr zufrieden.

Eine Rekordanzahl an Wählern gab es für die Südtiroler Volkspartei mit 86,43 Prozent in Proveis. Ebenfalls gut abgeschnitten hat das Edelweiß in Schnals mit fast 84 Prozent und Moos im Passeier mit 81 Prozent. In der Landeshauptstadt dagegen schnitt die SVP schlecht ab: Nur 13,7 Prozent gaben ihre Stimme für diese Partei ab.

Lega insgesamt auf Platz 2, in 5 Gemeinden auf Platz 1

Ihre Hochburgen hat die Lega, die nach der SVP mit 17,5 Prozent Platz 2 belegt, in der Landeshauptstadt Bozen, wo fast 31 Prozent die Salvini-Partei ankreuzte, in Leifers mit 39,9 Prozent und in Branzoll (36,7 Prozent). Auch in Salurn und Pfatten erreichte die Lega Prozentsätze von deutlich über 30 Prozent. Der einzige Lega-Kandidat der Region Trentino Südtirol, der Unterlandler Unternehmer Matteo Gazzini, erreicht fast 15.000 Vorzugsstimmen. Trotzdem schaffte er es nicht nach Brüssel.

Knapp unter 30 Prozent - und knapp hinter der SVP - landete die Lega in Franzensfeste (29,4 Prozent), in Corvara erreichte sie 28,6 Prozent, in Meran 26,5 Prozent und in Neumarkt 25,4 Prozent. Am schwächsten abgeschnitten hat die Lega in Martell (2,7 Prozent) und Gsies (3,8 Prozent).

Die Grünen

Die italienischen Grünen haben zwar die 4-Prozent-Hürde, wie erwartet, nicht erreicht. In Südtirol hingegen können die Grünen mit ihrem Ergebnis mehr als zufrieden sein. Mit 21.148 Stimmen konnten die Grünen ihre Position halten und im Vergleich zu den Landtagswahlen 2018 (19.392) sogar ausbauen. „Wir kämpfen für unsere Ziele, europaweit und als Teil einer großen politischen Familie. Dieser Ansatz zeigt sich auch in der Tatsache, dass von den knapp 12.000 Stimmen für unseren Kandidaten Norbert Lantschner immerhin 1/6 von außerhalb Südtirol stammen“, so die Grünen in einem ersten Statement. 

Die Grünen haben ihre Hochburgen in Mals, St. Ulrich in Gröden, sowie dem Pustertal. In Mals und St. Ulrich wählten jeweils rund 13 Prozent die Grünen- Fast 12 Prozent gaben die Stimme für diese Partei in Bruneck und Toblach.

In Martell mit 1,7 Prozent, Moos in Passeier mit fast 4 Prozent und Schnals mit 3,47 gaben am wenigsten Wähler die Stimme für die Grünen.

Team Köllensperger

Die Kandidatin des Team Köllensperger, Renate Holzeisen, konnte in 85 Gemeinden ein zweistelliges Ergebnis verbuchen, insgesamt erreichte sie 22.423 Stimmen, also 11,2 Prozent. Trotzdem zieht die Boznerin Holzeisen, die für die Liste +Europa angetreten ist, nicht ins EU-Parlament ein, da das Bündnis auf Staatsebene die 4-Prozent-Hürde nicht geknackt hat. 

Hochburgen des Team Köllensperger sind Freienfeld mit 22,8 Prozent, Glurns mit 19,7 Prozent und Percha mit 19,2 Prozent. In Proveis kreuzten nur 2,1 Prozent der Wähler das Team Köllensperger an, in Salurn 2,9 Prozent. 

stol/ape/vs

stol