Italiens Grüne könnten diesmal die 4-Prozent-Hürde knacken, Südtirols Grüne sogar eine Vertretung nach Brüssel schicken. „Auf hoher See“ befindet sich hingegen das Team K mit seinen Partnern.<BR /><BR />Die Nachricht wurde gestern von FI-Statthalter Matteo Gazzini bestätigt. Antonio Tajani wird am Samstag um 9.30 Uhr in Bozen erwartet, um bei der Eröffnung des neuen Parteisitzes in Bozen dabei zu sein. Auch ein Rundgang am Samstagmarkt sei geplant, bevor der Minister gegen 13 Uhr abreist. „Tajani kommt nicht als Minister, sondern als Vorsitzender von Forza Italia“, so Gazzini. Ein Treffen mit der SVP sei nicht geplant.<h3> „Sind frohen Mutes“</h3>„Wir sind auch so ständig in Kontakt und frohen Mutes“, heißt es bei der SVP. Nach Zwischenrufen von Gazzini, wonach der Pakt mit der SVP „ein Nachteil für Forza Italia“ sei, sprach Tajani ein Machtwort: „Wir sind dabei, mit der SVP abzuschließen“, so Tajani in einem TV-Interview. <BR /><BR />Derzeit baue er die Allianz der italienischen Kräfte innerhalb der Europäischen Volkspartei (EVP) aus: Mit der Liste um Ex-Innenminister Scajola und eben auch der Volkspartei. Befragt, was er dazu sage, rudert Gazzini zurück: „Das sind Abkommen, die über meine Kompetenz als Koordinator für Südtirol hinausgehen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013922_image" /></div> <BR /><BR />Forza Italia liegt in Umfragen bei 9,5 Prozent – deutlich vor der Lega. War Salvini der Sieger der EU-Wahl 2019, so drohen seiner Partei im Juni herbe Verluste. Von diesen profitieren Melonis Fratelli, aber zu einem kleinen Teil auch Forza Italia. „Laut Umfragen kann Forza Italia diesmal 2 Mandate im Wahlkreis Nord-Ost erringen und ist vor allem in Venetien stark“, sagt EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann. <BR /><BR />Anders als 2019, wo der einzig errungene Sitz an ihn ging. Die SVP geht mit Forza eine Verbindung ein, um die 4-Prozent-Hürde zu überspringen. Dorfmann kandidiert für die SVP. FI-Kandidaten unter dem Listenzeichen von Forza Italia: Es sind also 2 getrennte Listen.<h3> Wer im Landtag nachrücken könnte</h3> Liegt FI bei über 9 Prozent, so kratzen Italiens Grüne an der 4-Prozent-Marke. Manche Umfragen sehen sie knapp bei, andere leicht über 4 Prozent. „Allemal haben wir diesmal eine realistische Chance, die 4-Prozent-Hürde zu überspringen“, sagt Brigitte Foppa. Das Abkommen mit „Alleanza Verdi/La Sinistra“ ist bereits besiegelt. „Sie sind unser natürlicher Partner“, meint Foppa. <BR /><BR />Sollte man die 4-Prozent-Hürde knacken, gingen sich staatsweit 3 Sitze für die Grünen aus: einer davon im Wahlkreis Nord-Ost. „Und wir als Südtiroler Grüne haben die besten Chancen, dass es unser Kandidat ist“, meint Foppa. Mit 11.300 Vorzugsstimmen war Norbert Lantschner 2019 der meistgewählte Grüne Italiens – freilich umsonst, denn staatsweit kam die Grüne Allianz nur auf 2,3 Prozent. Als Kandidatin wird diesmal Foppa gehandelt. Ginge sie nach Brüssel, würde für die Grünen mit Sabine Giunta eine Italienerin in den Landtag nachrücken: Grün wäre interethnisch vertreten.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1013925_image" /></div> <BR /><BR />Am Meer und vor Gericht ist man auf hoher See. Dort verortet sich derzeit aber auch das Team K. „Wir treten sicher an“, sagt Paul Köllensperger. Die Frage ist aber mit wem? Um die 4-Prozent-Hürde zu überspringen, bastelt der Traditionspartner des Team K, „Piú Europa“, an einem Pakt mit Ex-Premier Matteo Renzi. Aber: Mit ins Boot will sich Renzi auch die Liste des wegen Mafia-Kontakten verurteilten Sizialianers Totó Cuffaro holen. „Und das kommt für uns nicht in Frage“, so Köllensperger.<BR /><BR /> Das Abkommen mit Renzi sei noch nicht über die Bühne. Köllensperger hofft, dass sich „Piú Europa“ zu einem Bündnis mit „Azione“ von Ex-Wirtschaftsminister Carlo Calenda durchringt. Gemeinsam kämen diese beiden Listen auf über 7 Prozent. <BR /><BR />„Momentan herrscht Chaos, aber wir entscheiden diese Woche“, so Köllensperger. Man habe einen Plan B. Sollte aus „Piú Europa“ nichts werden, trete man mit „Azione“ an. Beide Partner getrennt sind aber unsichere Kantonisten. In Umfragen liegen beide um die 3 Prozent: Zu wenig für einen Sitz in Europa. <BR /><BR /><BR />