„Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt“, sagte der frühere portugiesische Regierungschef. In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre. Die bereits verhängten beispiellosen EU-Sanktionen zeigten Wirkung.<BR /><BR />Über den Krieg hinaus verwies Costa auf die europäische Perspektive der Ukraine. Den angestrebten EU-Beitritt bezeichnete er als „die beste Garantie für Sicherheit und langfristige demokratische Stabilität für die Ukraine und für Europa insgesamt“.<BR /><BR />Derzeit wird laut Costa das neue von den Staats- und Regierungschefs im Dezember vereinbarte Ukraine-Unterstützungsdarlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro umgesetzt. Mit den Mitteln würden Vorbereitungen auf den nächsten Kriegswinter, die Beschaffung von Drohnen und die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung finanziert.<h3> Internationale Unterstützung</h3>Norwegen sicherte der Ukraine für 2027 weitere Finanzhilfen in Höhe von 85 Milliarden norwegischen Kronen (7,8 Mrd. Euro) zu. Die Summe entspreche den Zuwendungen des Jahres 2026 und sei für militärische sowie humanitäre Zwecke vorgesehen, erklärt Ministerpräsident Jonas Gahr Støre am Sonntag bei einem Besuch in Kiew, zusammen mit den Staats- und Regierungschefs von Finnland, Dänemark, Estland, Lettland und Litauen. <BR /><BR />Unabhängig davon vereinbaren Finnland und die Ukraine eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von unbemannten Systemen, wie das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X mitteilt. Geplant ist unter anderem ein Gemeinschaftsunternehmen für unbemannte Überwasserschiffe.<BR /><BR />Auch Großbritannien sicherte weitere Unterstützung zu: Premierminister Andy Burnham kündigt vor seinem Antrittsbesuch in der Ukraine Unterstützung für die dortige Produktion von Langstreckenraketen an. „Die Sicherheit der Ukraine ist unsere Sicherheit“, erklärte Burnham. Großbritannien erlaube dem europäischen Raketenhersteller MBDA, geheime Informationen über britische Bauteile des Marschflugkörpers Scalp weiterzugeben, teilt Burnhams Büro mit. Dies solle Frankreich und der Ukraine helfen, lokale Produktionslinien für die Waffe aufzubauen.<h3> Angriffe gehen unterdessen weiter</h3>Unterdessen gingen die gegenseitigen Angriffe in dem vor viereinhalb Jahren von Russland gestarteten Angriffskrieg weiter - und beide Seiten meldeten Tote. Bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw wurden nach Angaben des regionalen Gouverneurs drei Menschen bei einer russischen Attacke getötet. Rettungskräfte hätten acht Personen geborgen und in Sicherheit gebracht, von denen einige verletzt seien, teilt Gouverneur Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern dauere an.<BR /><BR />Russische Behörden meldeten, dass bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der Millionenstadt Krasnodar zwei Kinder getötet und sieben weitere ebenso wie zwei Erwachsene verletzt worden sein. Bei der Attacke in der Nacht auf Montag seien Drohnentrümmer auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Von herabfallsenden Drohnentrümmern getroffen worden sei überdies eine Lagerhalle des zweitgrößten russischen Onlineversandhändlers Ozon, die in Brand aufgegangen sei. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.