Dienstag, 09. Juni 2020

EU will europaweiten Kampf gegen Kindesmissbrauch stärken

Die EU-Kommission will den europaweiten Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch stärken. Grenzübergreifende Straftaten müssten gemeinsam verfolgt werden, sagte Innenkommissarin Ylva Johansson am Dienstag bei einer Online-Veranstaltung. Sie kündigte eine europäische Strategie dazu an.

Grenzübergreifende Straftaten müssten gemeinsam verfolgt werden, so Innenkommissarin Ylva Johansson.
Grenzübergreifende Straftaten müssten gemeinsam verfolgt werden, so Innenkommissarin Ylva Johansson. - Foto: © shutterstock
Die Meldungen von kinderpornografischem Online-Material in Europa seien von 23.000 im Jahr 2010 auf 800.000 im Jahr 2019 gestiegen. Weltweit hätten die gemeldeten Fälle von einer Million auf 17 Millionen zugelegt. Während der Corona-Krise sei die Zahl der Fälle erneut deutlich nach oben gegangen. Fast 90 Prozent der Internetseiten würden in Europa gehostet – vor allem in den Niederlanden, sagte Johansson.

Johansson erklärte, für eine Kooperation bei der Strafverfolgung über Grenzen hinweg brauche die Polizei mehr Training und Technologie. Große Internetfirmen müssten in die Pflicht genommen werden.
Am Wochenende war ein Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster bekannt geworden. Der 27 Jahre alte Hauptverdächtige war wegen Kinderpornografiebesitzes zweifach vorbestraft.

dpa