Die Projektleiter der Euregio haben heute zusammen mit den Exponenten der 3 Euregio-Wetterdienste – ZAMG aus Nordtirol, Wetter Südtirol und Meteotrentino – einen Überblick über den bisherigen Stand des zukünftigen Euregio-Wetterportals „Tinia“ gegeben, das den etruskischen Wettergott als Vorbild und Namensgeber hat.<BR /><BR />Mit einem Grußwort leitete Landeshauptmann Arno Kompatscher das Symposium ein. „Das Wetter lässt sich nicht bestimmen, aber es lässt sich mittlerweile sehr gut vorhersagen“, erklärte Landeshauptmann Kompatscher. „Mit dem gemeinsamen Euregio-Wetterbericht gibt es nun einen zusätzlichen wertvollen Dienst, nicht zuletzt auch zum Schutz der Bürger der Europaregion.“<BR /><BR /><b>Kompetenzen der 3 Länder bündeln</b><BR /><BR />Dass ein zuverlässiger Wetterbericht von großer Bedeutung für die Bürger in der gesamten Euregio ist, unterstrich der Trentiner Landeshauptmann und derzeitige Euregio-Präsident Maurizio Fugatti in seiner Videoansprache: „Bessere Leistungen durch Bündelung der Kräfte und Kompetenzen der 3 Gebiete: Der Auftrag der Euregio spiegelt sich sehr gut in dem Projekt ,Tinia‘ wider. Nordtirol, Südtirol und das Trentino arbeiten zusammen, um ein Werk von großer Bedeutung zu schaffen. Die Möglichkeit, sich auf präzise Wettervorhersagen zu verlassen, ermöglicht unter anderem eine bessere Koordinierung von Aktivitäten wie dem Katastrophenschutz, bei dem es bereits eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit gibt. Die Euregio wird somit immer mehr zu einer Basis, auf der konkrete und nützliche Aktivitäten für die Bürger der 3 Gebiete entwickelt werden können.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="777641_image" /></div> <BR /><BR />Nordtirols Landeshauptmann Günther Platter sagte per Videobotschaft: „Nach dem erfolgreichen Start des Euregio-Lawinenreports im Jahr 2016, der mittlerweile über 2 Millionen Zugriffe pro Wintersaison verzeichnet, setzen wir nun einen weiteren Meilenstein. Denn ebenso wie Schnee kennen auch Regen, Sonne und Gewitter keine Staatsgrenzen. Die Bürger aber auch unsere Gäste können ab dem kommenden Jahr mit ,Tinia‘ einen umfassenden Euregio-Wetterbericht nützen. Damit schaffen wir in der Europaregion einen weiteren täglichen, mehrsprachigen und modernen Bürgerdienst. Durch solche Initiativen wird die Euregio im Alltag noch mehr erleb- und spürbar.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="777644_image" /></div> <BR /><BR /><b>„Ein einzigartiges Projekt“</b><BR /><BR />„Es ist dies ein gemeinsames und in seiner Art einzigartiges Projekt: das Wetterportal in 4 Sprachen in Zusammenarbeit mit 3 Ländern für eine Wettervorhersage. Auch durch die Zunahme der Freizeitaktivitäten sind wir gefordert, die Systeme weiter auszubauen und zu entwickeln. Durch die Zusammenarbeit der 3 Länder entsteht eine Bündelung der Erfahrungswerte und der Kompetenzen“, sagte Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler.<BR /><BR />Wie im Laufe der Fachtagung hervorgehoben wurde, wird die neue „Tinia“-Plattform die Qualität und Genauigkeit der Wettervorhersagen verbessern, sowie innovative Inhalte, auch technischer Natur, in einem einfachen und ansprechenden grafischen Format darstellen.<BR /><BR /><b>Verbesserung und Validierung meteorologischer Wettermodelle</b><BR /><BR />Durch Analyse vorhandener Vorhersage- und Beobachtungsdaten sollen die besten der verfügbaren MOS-Systeme (Model Output Statistics) ermittelt werden. Ein gutes MOS-System korrigiert systematische Vorhersagefehler und ermöglicht genaue und detaillierte Wettervorhersagen auch für die Orte, die die Modelle nicht sehen oder nicht originalgetreu wiedergeben können.<BR /><BR /><b>Automatische Generierung von Wettervorhersagen</b><BR /><BR />Der Projektpartner ZAMG aus Nordtirol entwickelt einen Algorithmus, der es ermöglicht, Wetterberichte automatisch aus den Wettersymbolen – wie sonnig, teilweise bewölkt, bedeckt mit leichtem Regen – und einigen zusätzlichen numerischen Daten – wie Schneehöhe, Stärke der Windböen, Sonnenscheindauer – zu erstellen.<BR /><BR />Die Stiftung Bruno Kessler aus Trient wurde mit der Entwicklung eines zweiten Algorithmus beauftragt, der auf künstlicher Intelligenz basiert, um Wetterberichte aus den Rohdaten numerischer Modelle zu erstellen. Ziel ist es, zukünftig automatisch Wetterberichte für alle Gemeinden innerhalb der Euregio erstellen zu können.<BR /><BR /><b>Automatische Übersetzung von Wettervorhersagen</b><BR /><BR />Die Forscher der Bruno-Kessler-Stiftung entwickeln einen weiteren Algorithmus, der Wetterberichte automatisch von einer Sprache der Euregio in eine andere übersetzen kann. Dieser Algorithmus, der auf den Kriterien der „machine translation“ basiert, wurde speziell an Tausenden von Sätzen aus dem meteorologischen Bereich trainiert und kann auch durch die Interaktion mit dem fachkundigen Benutzer (in diesem Fall dem Meteorologen) „lernen“, wodurch er genauer und effektiver ist als die besten Systeme auf dem Markt.<BR /><BR />Dank der im Rahmen des Projekts durchgeführten Tätigkeiten kann jeder Wetterbericht schnell und effizient in die deutsche, italienische und englische Sprache übersetzt werden, was eine bessere Lesbarkeit als bei manuellem Übersetzen garantiert.<BR /><BR />Zum Abschluss der Fachtagung gab es eine spannende Podiumsdiskussion mit 3 bekannten Gesichtern aus der Wetterszene in der Euregio, Günther Geier aus Südtirol, Christoph Zingerle aus Nordtirol und Marta Pendesini aus dem Trentino.<BR /><BR /><b>Das sind die „Tinia“-Partner</b><BR /><BR />Das „Tinia“-Projekt wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kooperationsprogramms für Europäische territoriale Zusammenarbeit Interreg V-A Italien-Österreich finanziert.<BR /><BR /> In „Tinia“ gibt es 2 Partner: Der EVTZ Euregio Nordtirol-Südtirol-Trentino ist der Lead Partner, die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) der Projektpartner.<BR /><BR />Im Projekt sind auch die Wetterdienste der Länder Südtirol und Trentino sowie das Sachgebiet Hydrographie des Landes Nordtirol mit eingebunden.