Samstag, 23. Mai 2015

Euregio gedachte des Weltkrieges „vor der Haustür“

Die „Europaregion Tirol“ – bestehend aus Nordtirol, Südtirol und dem Trentino – hat am Samstag der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn am 23. Mai 1915 gedacht.

Schützen aus allen drei Landesteilen formierten sich. - Foto: Land Tirol/Berger
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Schützen aus allen drei Landesteilen formierten sich. - Foto: Land Tirol/Berger

Traditionsverbände aus allen drei Landesteilen des Alten Tirols säumten dabei den Platz vor dem Landestheater in Innsbruck.

 

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Der Einzug des Gedenkkreuzes, getragen von Vertretern der Schützenverbände aller drei Regionen - Foto: Land Tirol/Berger

 

Auch eine Heilige Messe wurde abgehalten, zelebriert vom Bischof der Diözese Innsbruck, Manfred Scheuer, Bischof Ivo Muser (Bozen-Brixen) und Generalvikar Michele Tomasi.

Zu den anwesenden Verbänden zählten unter anderem der Bund der Nordtiroler Schützenkompanien, der Südtiroler Schützenbund und der Welschtiroler Schützenbund mit den Ehrenkompanien Sillian, Kaltern und Judikarien am Gardasee.

Abordnungen des Tiroler Kaiserjägerbundes marschierten ebenso auf wie jene des Tiroler Kameradschaftsbundes und des Landestrachtenverbandes. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Original Tiroler Kaiserjägermusik sowie die Chöre des Tiroler Sängerbundes.

Auf einer Videoleinwand konnten alle Besucher rund um den Vorplatz des Landestheaters die Gedenkfeier mitverfolgen. Auch Aufnahmen von den Kämpfen des Ersten Weltkrieges wurden gezeigt. Ein großes Gedenkkreuz für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde aufgestellt. Jugendliche lasen aus Tagebucheinträgen und Briefen von Soldaten an der Front.

Die zweieinhalbstündige Gedenkfeier stand unter dem Motto „Brücken für den Frieden“. „Krieg verdirbt und schädigt den Charakter und macht die Seelen der Nationen krank“, meinte Bischof Scheuer. Die heutige Erinnerung sei „kein Heldengedenken“, sondern ein „Gedächtnis des Leides“.

Muser zeigte sich in seiner Ansprache „sehr betroffen“, dass sich „im Flächenbrand vor allem Christen gegenüberstanden sowie Nationen, die sich mit Selbstverständlichkeit Christen nannten“. Der Krieg sei „nicht aus heiterem Himmel gefallen“, sondern sei „von vielen gewollt“ gewesen. „Auch von meinen Vorgängern in Brixen wurde er als Heiliger Krieg bezeichnet“, meinte Muser. Der Bischof warnte davor, heutzutage den Frieden aufs Spiel zu setzen, indem man Öl ins Feuer gieße. Niemals dürfe einmal begangenes Unrecht durch neues Unrecht legitimiert werden.

Von politischer Seite nahm neben den Landeshauptleuten der „Euregio“ – Günther Platter (Nordtirol), Arno Kompatscher (Südtirol) und Ugo Rossi (Trentino) – unter anderem auch Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) an dem Gedenken teil. Platter erinnerte in seiner Rede an die Zeit vor 100 Jahren, als Tirol Kriegsgebiet wurde und in Folge des Ersten Weltkrieges durch den Verlust Südtirols geteilt bzw. „brutal zerrissen“ wurde. Der Landeshauptmann richtete den Blick aber auch in die Zukunft. Jene Tirols liege in Europa, sagte Platter. Die Regionen würden durch die europäische Integration größere Bedeutung gewinnen, warb der Landeschef einmal mehr für die „Europaregion Tirol“.

 

Die drei Landeshauptleute Ugo Rossi, Günther Platter und Arno Kompatscher - Foto: Land Tirol/Berger

apa

stol