Samstag, 25. September 2021

Euregio richtet Fokus auf Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen

In einer Denkwerkstatt haben Fachfrauen aus Südtirol, dem österreichischen Bundesland Tirol und dem Trentino an konkreten Maßnahmen und grenzüberschreitenden Sensibilisierungskampagnen gearbeitet.

Fachfrauen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino haben sich heute zum Thema Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen ausgetauscht.
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Fachfrauen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino haben sich heute zum Thema Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen ausgetauscht. - Foto: © Euregio
Am Freitag hat sich die Euregio-Arbeitsgruppe zur Chancengleichheit und Frauenthemen bei einem Workshop am Euregiositz in Bozen mit zukünftigen Maßnahmen zur Bekämpfung der zunehmenden Gewalt gegen Frauen in den drei Ländern der Europaregion Tirol–Südtirol-Trentino auseinandergesetzt. Das Fazit der Veranstaltung: Es soll ein noch größeres Augenmerk auf die Täterarbeit gelegt werden – mit einem verstärkten Fokus auf Information, Sensibilisierung und Weiterbildungsangeboten.


Geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt zählen zu den am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen und müssen auch im Euregio-Gebiet energisch bekämpft werden, waren sich die Teilnehmerinnen der Zukunftswerkstatt einig.

Nach mehreren Euregio-Tagungen und Kampagnen zur Bewusstseinsbildung in den vergangenen Jahren besteht nun erneut Bedarf, Gewalt gegen Frauen zu thematisieren. Umso mehr, da gerade in Zeiten der Covid-19-Pandemie das Thema wieder sehr akut geworden sei. Durch das Auftreten des epidemiologischen Notstands konnten sich vor allem die Täter in den eigenen vier Wänden verbergen und unbemerkt von der Öffentlichkeit Gewalt ausüben.

Viel Potenzial

Die Veranstaltung richtete sich an Fachkräfte der öffentlichen Verwaltungen und von Einrichtungen aus dem Trentino, Südtirol und dem Bundesland Tirol, die in der Opfer- als auch in der Täterarbeit engagiert sind. Einigkeit bestand darin, sich unter dem institutionalisierten Dach der Euregio von nun an regelmäßig zu treffen. Der Erfahrungsaustausch über bewährte Praktiken und Kampagnenbeispiele der vergangenen Jahre aus den einzelnen Ländern beinhalte ein großes Potenzial, diese soziale Geißel grenzüberschreitend und gemeinsam erfolgreicher bekämpfen zu können.

Die Erfahrungsberichte von Petra Frei aus Südtirol, Gabi Plattner aus dem Bundesland Tirol und Miriana Detti aus dem Trentino trugen wesentlich dazu bei, in der darauffolgenden Denkwerkstatt innovative Ideen und Lösungen zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen zu entwickeln. Die Arbeitsgruppe zum Schutz der Frauen hat eine Reihe von Maßnahmen und grenzüberschreitenden Sensibilisierungskampagnen für die Gesamtbevölkerung mit Fokus auf die Täter vorgeschlagen, die nun auf politischer Ebene diskutiert und in der Folge zur Umsetzung gelangen sollen.

lpa/stol