Landeshauptmann Luis Durnwalder berichtete am Mittwoch beim „Dreierlandtag“ der Länder Tirol, Südtirol, Vorarlberg und Trentino in Meran, dass es mittlerweile ein Schreiben der Römischen Regierung gebe, die nunmehr „keine größeren Schwierigkeiten“ mehr sehe. Das Dekret des Ministerrates fehle immer noch.Rom hatte sich unter anderem an der Bezeichnung „Euregio“ gestoßen und den Antrag für einen „Europäischen Verbund territorialer Zusammenarbeit“ (EVTZ) vorerst abgelehnt. Bereits vergangenen Oktober hatten Süd-, Nordtirol und Trient einen Antrag zur Gründung eines EVTZ an den Ministerrat in Rom gestellt. Seit 2006 räumt die EU ihren Mitgliedstaaten, aber auch Regionen und Ländern die Möglichkeit ein, einen EVTZ aus der Taufe zu heben, der die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erleichtern soll.Durnwalder erinnerte in Meran daran, dass man zunächst auf die Realisierung des „Madrider Abkommens“ gesetzt habe, das von Rom allerdings „leider nicht“ unterzeichnet worden sei. An die 106 Landtagsabgeordneten appellierte Durnwalder, auf die Zusammenarbeit zu setzen: „Je mehr Sie von dieser Zusammenarbeit überzeugt sind, umso mehr wird sie funktionieren“.Der Dreierlandtag wurde übrigens vor genau 20 Jahren mit einer Sitzung in Meran ins Leben gerufen. Damals gehörte auch Vorarlberg dem Gremium an, seit 1996 hat das Ländle nur mehr Beobachterstatus. Bereits 1970 wurde der „Zweierlandtag“ zwischen Nord- und Südtirol ins Leben gerufen, der unter anderem die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer 1972 initiierte. Laut Platter „formale Gründe“Laut dem Tiroler Landeshauptmann Günther Platter seien „formale Gründe“ die Ursache für die fehlende Genehmigung Roms. Platter und Landtagspräsident Herwig van Staa traten für eine Weiterentwicklung in Richtung Europäischer Makroregionen ein. Dies sah auch ein Beschlussantrag vor, der den gesamten Alpenraum einbeziehen würde. Anwendungsbereich wäre das Gebiet der Alpenkonvention, die immer noch nicht von allen betroffenen Nationalstaaten unterzeichnet wurde.Für Platter sollte es in einer derartigen Makroregion zwei Leitthemen geben, Verkehr und Energie. Die Verlagerung des Transitverkehrs wäre dabei zentrale Forderung, Voraussetzung dafür die Realisierung des Brennerbasistunnels. Es wäre „ein großer Fehler“, die Möglichkeit dieser Makroregion Alpenraum nicht zu nutzen.Wie es in dem Beschluss hieß, warte Europa nicht auf eine Makroregion Alpenraum. Man stehe dabei vielmehr „in hartem Wettbewerb“ mit Regionen wie dem Donau-, Ostsee oder Mittelmeerraum. Die drei Landesregierungen sollten sich aktiv für die Konzeption einer derartigen Region einsetzen. apa