„Die Griechen wählen“, titelte die Sonntagszeitung „To Vima“, und weiter: „Der Austritt aus dem Euroland ist sichtbar – weltweiter Alarm“.Schicksalswahl für EuropaEs könnte eine Schicksalswahl für Europa werden. Zentrales Thema ist das umstrittene Sparprogramm, das für Millionen von Griechen erhebliche Einschnitte bedeutet. Letztlich geht es um die Frage, ob Athen in der Eurozone bleibt oder nicht – mit unvorhersehbaren internationalen Auswirkungen.Die ganze Welt blicke auf Griechenland – mit angehaltenem Atem, lautete der Tenor in der konservativen Zeitung „Kathimerini“. „Stimme für den Euro“, lautete die Aufforderung im Boulevardblatt „Ethnos“. „Regierung aller Griechen am Montag“, prophezeite das Parteiblatt des Bündnisses der radikalen Linken „Avgi“.Die Linke werde gewinnen und eine Regierung bilden, hieß es darin. Zuletzt hatten hochrangige EU-Vertreter Entgegenkommen signalisiert. Den Griechen könne mehr Zeit gegeben werden, den im Gegenzug für die Milliardenhilfen vereinbarten harten Sparkurs umzusetzen. Über die Inhalte könne aber nicht noch einmal diskutiert werden, machte auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich.Alle Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Konservativen der Nea Dimokratia (ND) und dem Bündnis der radikalen Linken (Syriza) voraus. Die Konservativen setzen sich für die Einhaltung des versprochenen Reform- und Sparkurses ein. Jedoch wollen sie eine erhebliche Lockerung der Sparmaßnahmen aushandeln.Absolute Mehrheit fast ausgeschlossenDas Linksbündnis will dagegen die Sparauflagen der internationalen Geldgeber auf Eis legen.Es gilt als sicher, dass keine Partei die absolute Mehrheit erreichen wird. Auch diesmal muss dann eine Koalitionsregierung gebildet werden. Nach den Wahlen am 6. Mai war keine tragfähige Mehrheit zustande gekommen.dpa