Mittwoch, 01. März 2017

Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hilft in Mittelafrika

Ein Team von Landesbeamten hilft, ein Grenzgebiet zwischen Uganda und Tansania sozial und wirtschaftlich weiter zu entwickeln - mit Mitteln der Euregio.

700 LKWs donnern über die Piste, die mitten durch die staatenübergreifende Stadt Mutukula führt, oder warten stundenlang, um die Grenze zu passieren. - Foto: LPA/V.Bussadori
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700 LKWs donnern über die Piste, die mitten durch die staatenübergreifende Stadt Mutukula führt, oder warten stundenlang, um die Grenze zu passieren. - Foto: LPA/V.Bussadori

Die mittelafrikanische Stadt Mutukula hat etwas mit dem Berlin vor der Wende gemein. Durch die Stadt verläuft nämlich von Ost nach West eine Staatsgrenze - und ein Streifen Niemandsland. Der Norden gehört zu Uganda, der Süden zu Tansania.

Durch die Stadt führt eine Straße zum Grenzübergang. In dieser Zone ist alles zugeparkt mit Lastautos, die auf ihre Zollabfertigung warten - das sind 700 pro Tag. Rundherum spielen Kinder, im Staub und Ruß, dem hier kaum jemand entkommt.

Alexandra Pöder auf Lokalaugenschein

Während in Nord-Mutukula überall Abfall herumliegt, vor allem Plastik, ist der Süden relativ sauber, zumindest dann, wenn die Putztruppe gerade ihren wöchentlichen Müllsammeltag hinter sich hat. „Das war nicht immer so, und wird in Zukunft auch in Nord-Mutukula klappen“, berichtet die Mitarbeiterin des Landesamtes für Kabinettsangelegenheiten, Bereich Entwicklungszusammenarbeit, Alexandra Pöder, die gerade von ihrem jährlichen Lokalaugenschein in Mutukula zurückgekehrt ist.

Obwohl die Bevölkerung des Grenzgebietes sehr viel in Bezug auf Sprache, Kultur und Wirtschaft gemein hat, sorgen unterschiedliche Gesetzgebungen und Verwaltungsstrukturen der beiden Staatsgebiete immer wieder für unterschiedliche Maßnahmen zur Lösung ein und desselben Problems.

Amt für Kabinettsangelegenheiten

Seit 2010 betreut das Landesamt für Kabinettsangelegenheiten das Hilfsprojekt der Europaregion Tirol-Südtiro-Trentino zugunsten der Bezirke Rakai, Masaka, Bukomansimbi und Kalungu in Uganda sowie Missenyi in Tansania.

Unterstützt von der Direktorin des Landesamtes für Landesplanung, Virna Bussadori, und von den örtlichen Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie die Caritas trägt sie Schritt für Schritt dazu bei, dass beispielsweise die beiden Stadtbehörden, die ugandische und die tansanische, ihre Probleme besser in den Griff bekommen.

ERT unterstützt Regionen

Der Vorstand der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hatte beschlossen, das gemeinsame grenzüberschreitende Programm ab 2017 für weitere drei Jahre mit einem jährlichen Budget von etwa 100.000 Euro pro Land fortzusetzen. Mit diesen Mitteln soll nun unter anderem ein für beide Stadtteile einziges Gemeinschaftszentrum gebaut werden, mit einem Jugendzentrum, einem Spielplatz, einem Saal für Hochzeiten und einem Grünbereich.

Auch Südtiroler Forstbehörde vor Ort

Mit beim heurigen Lokalaugenschein war auch der pensionierte Forstexperte Walter Verdross. Seit einigen Jahren bemühen sich die Forstbehörden mit Unterstützung des Landes Südtirol, das nahe Waldgebiet Minziro vor dem widerrechtlichen Abholzen von Edelhölzern zu schützen, vor allem seitdem dieser von tansanischer Seite im Jahr 2015 zum nationalen Naturpark erklärt wurde.

Delegation besucht Laimburg

Im Entwicklungsprogramm wurden bisher vorrangig grenzüberschreitende Maßnahmen für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung dieses Gebiets gefördert Schwerpunkte werden auch im Folgeprogramm für die nächsten drei Jahre beibehalten. Dieses Jahr wird außerdem eine 13-köpfige Delegation aus der Partnerregion für einen dreiwöchigen Lehraufenthalt in der Europaregion erwartet, und zwar in den Landwirtschaftschulen Rotholz, San Michele und Laimburg.

lpa/stol

stol