Samstag, 09. März 2019

Evangelische Kirche prüft rechtliche Schritte zu Karfreitag

Die Evangelische Kirche A.B. prüft rechtliche Schritte gegen die von der türkis-blauen Koalition beschlossenen Karfreitagslösung.

Bünker bezeichnete seine Reaktion zum Karfreitag als "unglücklich". - Foto: APA
Bünker bezeichnete seine Reaktion zum Karfreitag als "unglücklich". - Foto: APA

Ein entsprechender Antrag wurde am Samstag von der Sondersynode in Wien einstimmig angenommen. Über das zweite große Thema, die Ehe für Homosexuelle wird am Nachmittag beraten. Dem „Kirchenparlament” gehören rund 70 Delegierte aus ganz Österreich an. 

Karfreitag seit den 1950ern ein arbeitsfreier Feiertag

Der Karfreitag hatte seit den 1950ern für Evangelische und Altkatholiken als arbeitsfreier Feiertag gegolten. Nach der Aufhebung dieser Regelung durch den Europäischen Gerichtshof hat die türkis-blaue Koalition die Abschaffung des Karfreitags als Feiertag und die Einführung eines „persönlichen Feiertags” aus dem bestehenden Urlaubskontingent für alle Arbeitnehmer beschlossen, was in der Evangelischen Kirche heftigen Protest auslöste. Bischof Michael Bünker bekräftigte, dass den Evangelischen damit ihr Feiertag genommen worden sei.

Der Präsident der Synode, Peter Krömer, unterstrich, dass die Evangelische Kirche die Angelegenheit „nicht auf sich beruhen lassen” werde. Er bezeichnete es auch als „nicht hinnehmbar”, dass die Regierung für ihre Regelung ein ordnungsgemäßes Begutachtungsverfahren „verweigert” habe.

Benachteiligung der Evangelischen 

Krömer verteidigte auch Bünker, der zunächst von einer positiven Lösung mit Wermutstropfen gesprochen hatte. Niemand, auch Bünker nicht, habe seine Zustimmung zu der Lösung gegeben, Bünker habe dies „nur zur Kenntnis genommen”. Er habe auch klargestellt, dass es sich um eine Benachteiligung der Evangelischen handle. Bünker selbst bezeichnete seine erste Reaktion als „unglücklich”.

Die Frage, ob es homosexuellen Paaren künftig erlaubt sein soll, kirchlich zu heiraten, stand bereits im Dezember des Vorjahres auf der Tagesordnung der Synode. Damals wurde beschlossen, die Pfarrgemeinden zur Thematik zu befragen und auf der jetzigen Sondersynode weiter darüber zu beraten.

apa

stol