Montag, 08. Juni 2020

Ex-Außenminister Powell unterstützt Demokraten: „Trump ist gefährlich“

Der frühere US-Außenminister Colin Powell – ein Republikaner – will bei der US-Präsidentschaftswahl im November für den Demokraten Joe Biden stimmen. Das kündigte Powell am Sonntag im US-Sender CNN an. Der Ex-General übte zugleich scharfe Kritik am republikanischen US-Präsidenten Donald Trump.

Der republikanische Ex-Außenminister Colin Powell hat sich von US-Präsident Donald Trump abgewandt.
Der republikanische Ex-Außenminister Colin Powell hat sich von US-Präsident Donald Trump abgewandt. - Foto: © APA/afp / JIM WATSON
Trump entferne sich von der Verfassung und werde „gefährlich für unsere Demokratie, gefährlich für unser Land“, sagte Powell. „Er lügt über Dinge und er kommt damit durch, weil Menschen ihn nicht zur Rechenschaft ziehen.“

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Zahlreiche andere frühere Spitzenpolitiker haben Trump in den vergangenen Tagen wegen seines Umgangs mit den Protesten infolge des Todes des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz kritisiert.

Trumps früherer Verteidigungsminister James Mattis hatte den Präsidenten bereits am Mittwoch einen Spalter genannt.

Am Freitag schloss sich Trumps früherer Stabschef John Kelly der Kritik von Mattis an. Sowohl Mattis als auch Kelly sind – wie Powell – frühere Generäle. Powell war von 2001 bis 2005 unter US-Präsident George W. Bush Außenminister.

Trump: Powell „erbärmlich“ und schlecht für die USA

US-Präsident Donald Trump hat die Kritik Powells an seiner Amtsführung zurückgewiesen.

Zugleich warf Trump dem Ex-Chefdiplomaten Versagen vor. „In seiner Zeit war er schwach und hat jedem alle Art von Zugeständnissen gemacht – so schlecht für die USA“, schrieb Trump am späten Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter.

Trump sagte, Powell habe dem „Lügensender CNN“ („Fake News CNN“) ein „erbärmliches Interview“ gegeben. Powell habe als Minister auch mit seinen Aussagen zu Massenvernichtungswaffen völlig falsch gelegen. „Und wissen Sie, was uns dieser Fehler gekostet hat?“, fügte er hinzu.

Trump spielte damit auf den von Bush 2003 begonnenen Irak-Krieg an. Die mutmaßlichen Massenvernichtungswaffen des Diktators Saddam Hussein wurden nie gefunden. Trump hatte den Irak-Krieg schon früher als Fehler bezeichnet.

apa/afp